{"id":2800,"date":"2017-08-07T17:36:57","date_gmt":"2017-08-07T15:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/thewayishappinessblog.wordpress.com\/?p=2800"},"modified":"2017-10-21T14:49:20","modified_gmt":"2017-10-21T12:49:20","slug":"leroica-franconica","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=2800","title":{"rendered":"L&#8217;eroica franconica."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-2800' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9683-3-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9683-3\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9683-3-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9556-2-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9556-2\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9556-2-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9540-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9540\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/DSC_9540-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9694-3-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9694-3\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9694-3-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9525-1-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9525-1\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9525-1-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9519-1-1024x678.jpg\" title=\"DSC_9519-1\" rel=\"polaroid_1726556887\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/DSC_9519-1-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Tradition verpflichtet. Einige Teilnehmer bekamen das empfindlich zu sp\u00fcren: Volle Breitseite! W\u00e4hrend Kollege Keller \u00fcber den Einzug der Gladiatoren philosophierte, f\u00fchlte sich Herr Beyer eher an die Passion Christi erinnert. F\u00fcr die n\u00e4chste Veranstaltung wird er einen Oxylogen, ein mobiles Beatmungsger\u00e4t, mitbringen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend vor zehn Jahren der letzte Wettkampf, das aktuelle Burger King-Men\u00fc und der Tune-Carbonflaschenhalter vorrangige Themen waren, standen bei der diesj\u00e4hrigen Sportveranstaltung der letzte Elternsprechtag, das Tofugeschnetzelte im Gem\u00fcsebeet und die Kompaktkurbel hoch im Kurs. Bob Dylan sang zurecht: &#8222;The times are a changin.&#8220;<\/p>\n<p>Nur gelegentlich, leider allzu selten, war von dem Glanz alter Tage noch etwas zu sp\u00fcren: Die &#8222;geschorenen&#8220; Waden von Herrn BS aus E, die fast eingetrockneten Gele von Herrn BZ aus F und der traditionelle Leberk\u00e4s(e) serviert von Herrn KG aus E. Das dazu servierte Radler war schon alkoholfrei.<\/p>\n<p>Von Hirschhausen, der medizinische Pausenclown, der als angeblicher Arzt durch die Medien h\u00fcpft, hat den Wandel vom Medizinstudenten zum Arzt einmal mit &#8222;Von Birkenstock zu Rodenstock&#8220; beschrieben. Herr Beyer f\u00e4nde f\u00fcr den Wandel der ehemaligen Eisenm\u00e4nner zu Wellnesssportlern die Analogie von 11-23 hinten zu 50\/34 vorne passend.<\/p>\n<p>Nun m\u00f6chte Herr Beyer nicht allzu lange den altehrw\u00fcrdigen Zeiten nachweinen. Man muss die Feste feiern, wie sie kommen. Und vielleicht, so seine Hoffnung, sind die Radsportkollegen in 20 Jahren, wenn die Kinder aus dem Haus sind, welches schon abbezahlt ist und wovor sich kein weiterer Parkplatz f\u00fcr den dritten Porsche findet, wieder in der Lage, sich in eine ausreichende Form zu bringen, um sich legend\u00e4re Schlachten auf dem Rad zu liefern, wovon sie im Alter von 80 Jahren noch zehren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Um das Ganze besser einzuordnen und um gerade noch die Kurve zu kriegen, die Herr Beyer bei einer Abfahrt von der Burg Feuerstein zuletzt nicht mehr zu meistern wusste, sollte der Leser wissen, dass Herr Beyer die Leistung seiner Mitfahrer durchaus anerkennt. Gerne w\u00fcrde er sein Lob mit der Gie\u00dfkanne verstreuen, wenn er nur w\u00fcsste, wie das nun wieder geht. Insbesondere die Leidensf\u00e4higkeit seiner Mitfahrer fand er h\u00f6chst beachtlich.<\/p>\n<p>An Leidensf\u00e4higkeit darf es bei einer Eroica auch nicht fehlen. Die Eroica ist schlie\u00dflich eine der traditionellsten Formen, Radrennen zu bestreiten. Winston Churchill sprach da nicht umsonst von Blut, Schwei\u00df und Tr\u00e4nen. Zugelassen sind bei der Eroica n\u00e4mlich nur R\u00e4der, welche vor 1987 gebaut wurden. Und bei der Ur-Eroica qu\u00e4len sich die Sportler damit \u00fcber die ber\u00fcchtigten Strada biancha, die mit steilen Rampen gespickt, die Toskana durchziehen. Aktuelle Diskussionen um Scheibenbremsen und elektronischen Schaltungen an Rennr\u00e4dern scheinen in Anbetracht der Eroica gerade zu l\u00e4cherlich. Mann ist schon froh, wenn mann, nachdem mann sich und sein Rad mit der Dreigang\u00fcbersetzung erfolgreich den Berg hinaufgewuchtet hat, denselben ohne die Haut- und Knochenbremse abf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise erfreut sich die Eroica, der urt\u00fcmliche Kampf auf dem Rad, der Ritt der Gladiatoren auf ihren Stahleseln, zunehmender Beliebtheit, so dass es europaweit immer mehr Rennen in diesem Stile gibt. Ger\u00fcchten zufolge, so kam es Herrn Beyer zumindest zu Ohren, k\u00e4men die chinesischen Radfabriken kaum hinterher, Rennr\u00e4der im traditionellen Look zusammen zu schwei\u00dfen. Radsportler sind eben die doch letzten Traditionalisten, Fetischisten und Masochisten.<\/p>\n<p>Da Franken ein Zentrum der Tradition und Urt\u00fcmlichkeit ist, \u00fcbrigens nicht zu verwechseln mit Urd\u00fcmmlichkeit, die dort nicht nur im Sprachgebrauch regelm\u00e4\u00dfig vorzuliegen scheint, lag es nahe, eine Eroica hier auszutragen. Und, um gleich zwei Fliegen mit einer Schlatsche zu klagen, bot es sich an, die Premiere der Eroica franconica zusammen mit dem Geburtstag des fittesten 40-j\u00e4hrigen Frankens zu zelebrieren. Es erfolgte der Aufruf zur gemeinsamen Radausfahrt mit KG aus E.<\/p>\n<p>Einem Traditionsrennen mehr als w\u00fcrdig wurde die Streckenf\u00fchrung der &#8222;Guten-Nacht-Tour&#8220; f\u00fcr die Premiere der Eroica franconica gew\u00e4hlt: Marloffstein &#8211; Ortspitz &#8211; Hardt\/Wichsenstein &#8211; Egloffstein &#8211; R\u00f6dlas. Achtzig Kilometer und gesch\u00e4tzte 1200 Frankenh\u00f6henmeter. Geteert war die Strecke auch schon vor 50 Jahren. In Franken herrschen schlie\u00dflich keine italienischen Verh\u00e4ltnisse. Auch wenn die 1987-Regel bei der Premiere noch nicht einzuhalten war, fuhren die Teilnehmer durchaus alte Gesch\u00fctze auf: Insbesondere der mintgr\u00fcne Bianchi-Stahlrenner von BK aus F mit der Lenker-zu-Sattel\u00fcberhohung von 50 cm erregte Aufsehen. Erstaunlich, dass Mann diese Sitzposition auch heute noch ohne Aussparungen am Sattel fahren kann.<\/p>\n<p>Mit der ausgelutschten Ausr\u00fcstung ging es f\u00fcr die Teilnehmer nun darum, sich die Lorbeeren des Tages zu sichern. Nat\u00fcrlich wei\u00df der treue Leser, dass Herr Beyer dies einmal mehr idiotisch bzw. idiomisch meint, da im Radsport keine Lorbeeren, sondern farbige Trikots f\u00fcr besondere Leistungen verliehen werden. Perfide, nicht wahr? Denn damit muss Mann am n\u00e4chsten Tag weiterradeln, womit wirklich jeder im Peloton wei\u00df, wen es zu schlagen gilt, was auch wieder in seiner idiotischen \u00dcbertragung gelesen werden sollte.<\/p>\n<p>Trikottr\u00e4ger im Radsport sind W\u00fcrdetr\u00e4ger, weswegen die Trikots keineswegs leichtfertig verliehen werden und herausragender Leistungen bed\u00fcrfen. Dies ist kontr\u00e4r zum Vorgehen beim deutschen Fernsehpreis, wo alle alle feiern und jeder einmal zum Zuge kommt. Nein, so funktioniert das im Radsport definitiv nicht. The Winner takes it all. Eddy Merckx verteilte auch keine Geschenke. Unter diesen Voraussetzungen m\u00f6ge der Leser auch die folgenden Trikotverleihungen sehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Maillot jaune, das gelbe Trikot, wurde bei der diesj\u00e4hrigen Eroica nicht vergeben, da sich kein Siegfahrer herauskristallisierte. Der Sieger war das Team. Miteinander gegeneinander, w\u00fcrde Herr BS aus E sagen. Alle kamen an und keiner wurde auf der Strecke zur\u00fcckgelassen, also fast wie beim deutschen Fernsehpreis, ordentlich verw\u00e4ssert.<\/li>\n<li>Das Maillot blanc \u00e0 pois rouges und das Maillot vert f\u00fcr den besten Bergfahrer und den besten Sprinter wurden ebenfalls aufgrund mangelnder Angriffslustigkeit nicht vergeben.<\/li>\n<li>Das Maillot blanc, das wei\u00dfe Trikot f\u00fcr den besten Nachwuchsfahrer, fand einen Abnehmer bzw. eine Abnehmerin. Nachdem LR aus E das Feld aufgrund anderer Wettkampfverpflichtungen fr\u00fchzeitig verlassen hatte, gewann ES aus E souver\u00e4n die GU-(gleich und unter)-25-Wertung. Alle anderen Starter bewegten sich schon hart auf die 40 und 50 Jahre zu.<\/li>\n<li>Der Prix de la combativit\u00e9, \u00fcblicherweise durch eine rote Nummer gezeichnet, ging an AS aus E, f\u00fcr seine unerm\u00fcdlichen Ausrei\u00dfversuche. Aus Mangel an einer roten Nummer, wie bei der Tour de France vorhanden, erhielt er das rote Trikot, das Maillot rouge. Wenigstens einer!<\/li>\n<li>Neu in die Wertung aufgenommen wurde das Maillot gris, f\u00fcr den \u00e4ltesten Fahrer. Das Maillot gris sicherte sich BU aus E, nachdem er sich auch w\u00e4hrend der ganzen Eroica gut in Position hielt.<\/li>\n<li>Eine konstante Position hielt ebenfalls BZ aus F, der schlie\u00dflich das Maillot noir f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der gr\u00f6\u00dften Qualen am schw\u00e4rzesten Tag des Jahres erhielt. Chapeau, B.! Umdrehen war keine Option. Tradition verpflichtet!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Tradition verpflichtet! Mit diesem Gedanken schloss Herr Beyer die Veranstaltung, als er sein verlorenes Hab und Gut auf der Eroica einsammelte und mit diesem Gedanken schlie\u00dft er seinen Rennbericht, ohne sich f\u00fcr m\u00f6gliche Rechtschreibfehler und Gedankenspr\u00fcnge zu entschuldigen. Ein Freud&#8217;scher, nicht wahr. Doch der Nachtdienstmodus fordert Tribut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tradition verpflichtet. Einige Teilnehmer bekamen das empfindlich zu sp\u00fcren: Volle Breitseite! W\u00e4hrend Kollege Keller \u00fcber den Einzug der Gladiatoren philosophierte, f\u00fchlte sich Herr Beyer eher an die Passion Christi erinnert. F\u00fcr die n\u00e4chste Veranstaltung wird er einen Oxylogen, ein mobiles Beatmungsger\u00e4t, mitbringen m\u00fcssen. 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