{"id":3919,"date":"2016-11-20T09:46:02","date_gmt":"2016-11-20T07:46:02","guid":{"rendered":"https:\/\/radness.de\/?p=3919"},"modified":"2017-10-19T23:22:04","modified_gmt":"2017-10-19T21:22:04","slug":"statistik-am-waschtag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=3919","title":{"rendered":"Statistik am Waschtag."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-3919' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2601-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2601\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2601-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2705-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2705\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2705-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2714-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2714\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2714-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2746-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2746\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2746-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2753-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2753\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2753-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2769-1024x678.jpg\" title=\"DSC_2769\" rel=\"polaroid_420255033\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/DSC_2769-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Insider m\u00f6gen \u201eWaschtag\u201c bitte im \u00fcbertragenen Sinne verstehen. Das bedeutet, das wunderbare Hostales El Punto k\u00fcmmert sich gerade darum, den Atacama-Staub aus meiner W\u00e4sche zu bekommen. Derweilen putze ich das Rad, also nur die Kette und das Schaltwerk. Die Cola-Staubspritzer lasse ich f\u00fcr eine ordentlich used-Optik dran, was mehreren \u00dcberlegungen zu Grunde liegt. Zudem habe ich an allen Schrauben gedreht, damit keine locker ist. Mindestens eine habe ich ja schon verloren; an einer Ortlieb-Tasche.<br \/>\nHeute morgen bin ich schon durch La Serena geschlurft. Beineheben war nicht drin. Der Ort gef\u00e4llt mir sehr gut. \u201eKlein Bamberg\u201c w\u00fcrde ich es taufen. Claro, es ist gr\u00f6\u00dfer als Bamberg in Fl\u00e4che und Einwohnerzahl. Doch die Kirchen in Bamberg sind in Gr\u00f6\u00dfe und Anzahl weit \u00fcberlegen. W\u00e4hrend des Schlurfens, hielt mich ein Englisch sprechender Chilene an. Bislang eine Rarit\u00e4t, obhin ich glaube, dass diese Individuen mit der N\u00e4he zu Santiago und den Meeresurlaubsorten zunehmen k\u00f6nnten. Nicht im Gewicht, auch wenn dieser durchaus f\u00fcllig war. Er riet mir in das Elqui-Tal mit dem Bus zu fahren. Jeder, der einmal dort gewesen sei, w\u00fcrde es nie vergessen. Diese Information war mir jedoch schon seit L\u00e4ngerem bekannt. Die Lehren zur Hypnose besagen, dass wir nichts vergessen, sondern nur versch\u00fctten und vergraben. Egal, f\u00fcr mich war es eine gefundene Ausrede, im Hostales El Punto um einen Tag zu verl\u00e4ngern.<br \/>\nMit dem Rad sind es ins Elqui-Tal 65 bis 100 Kilometer und 600 bis 1300 H\u00f6henmeter, je nachdem welchen Ort man besuchen m\u00f6chte. Morgen wird es wohl nur f\u00fcr die ersten 65 Kilometer bis Vicuna reichen und dann wieder zur\u00fcck. \u2013 Das kleine Vicuna, als Einschub, hat eine Nobelpreistr\u00e4gerin hervorgebracht. Literaturrecherche, und das ist schon der erste Hinweis, darf der interessierte Leser als Aufgabe sehen. \u2013 Anyway, zur\u00fcck nach La Serena wird mir der Wind vom Meer her ins Gesicht wehen, und dann k\u00f6nnen eben 65 Kilometer ordentlich weh tun.<br \/>\nDamit w\u00e4ren wir schon bei den vor- und gestrigen Erfahrungen. Vorgestern war wohl der bislang beste Radtag. Von Copiapo nach Vallenar, ein Anstieg, Wind von West\/Nord, also von der Seite und von hinten. Da hatte ich einen 25er Schnitt mit wenig Anstrengungen und bin voller Euphorie noch 15 Kilometer in ein kleines Tal zum Camping von La Verbena gefahren. War super sch\u00f6n, das erste saftige Gr\u00fcn nach zehn W\u00fcstentagen zu sehen. Au\u00dferdem war es total angenehm, kein stetes Nasenbluten mehr zu haben. Die Luft schien nun etwas Feuchtigkeit aufzunehmen. Bei Vallenar und La Verbena handelt sich \u00fcbrigens um eines der n\u00f6rdlichsten Weinanbaugebiete Chiles. Das Camping-Pl\u00e4tzchen f\u00fcr mich alleine war toll und ich konnte sehr gut schlafen. Eine Gruppe junger Chilenen hat in einer Cabana, also einem Ferienh\u00e4uschen, nebenan bis um 5 Uhr morgens Musik gemacht. Das waren K\u00f6nner, die mich quasi in den Schlaf sangen. Keine nervt\u00f6tenden Dysphonien.<br \/>\nF\u00fcnf Uhr wei\u00df ich sehr genau, da ich kurz vorher f\u00fcr eine K\u00f6nigsetappe aufgestanden bin. Die zwei Etappen bis La Serena habe ich aufgrund der Erfahrungen vom Vortag kurzer Hand zusammengelegt, um so einen Tag zu gewinnen. Um 6:30 Uhr sa\u00df ich auf dem Rad und der Plan schien sich aufzugehen: R\u00fcckenwind, also erneut West\/Nord schob mich sanft die ersten beiden P\u00e4sse hinauf. Hier muss man ganz klar loben, dass die P\u00e4sse der Ruta 5 (Panamericana in Chile) radreisefreundlich und meist maximal 5 bis 6 Prozent steil sind. Was nach dem zweiten Pass kommen w\u00fcrde wusste ich leider nicht genau, da hier das H\u00f6henprofil einer Internetaufzeichnung abriss. Mit weniger H\u00f6henmeter rechnete ich, da es ans Meer gehen sollte. Hier sollte ich auch richtig liegen. Meine zweite Annahme, n\u00e4mlich das mich der Nordwindanteil weiter nach La Serena treiben w\u00fcrde, entpuppte sich jedoch als Fehlannahme. Mit der Abfahrt des zweiten Passes wechselte der Wind und kam aus West\/S\u00fcd. Sechszig undankbare Kilometer mit einem weiteren, kleineren Pass im Gegenwind. Geschwindigkeit weit einstellig. Mir war v\u00f6llig \u00a0unklar, ob ich La Serena noch am selbigen Tag erreichen w\u00fcrde, zumal der Wind in Chile nachmittags h\u00e4ufig weiter aufdrehe.<br \/>\nGl\u00fccklicherweise kam der Wind auf den letzten 50 Kilometern tats\u00e4chlich nur noch von der Seite, also West solo. Es blieb also nur die Herausforderung des Auf und Abs einer K\u00fcstenstra\u00dfe. Nach zehn und einer halben Stunde kam ich dann heilfroh in La Serena an. Bei Ankunft, so stellte ich fest, hatte ich bereits eine Cola- und S\u00fc\u00dfkram-, vor allem Keks-, Allergie entwickelt. Bananen mochte ich auch nicht mehr leiden.<br \/>\nNur gut, dass eine der ersten Kernbotschaften des Hostales El Punto war, dass sie auch ein wenig kochen w\u00fcrden. Zur Auswahl gab es, Hamburgesa con Ensalada und Quiche con Vino. So einfach ist \u00fcbrigens Spanisch! Ich bestellte einen Hamburger mit Salat (dreifache MacDo-Gr\u00f6\u00dfe) und ein Quiche mit Wein. Und weil es so lecker war noch einen Hamburger. Gerne h\u00e4tte ich noch einen Dritten bestellt. Da die K\u00f6chin schon ein wenig angestrengt schien, habe ich lieber drei Brote (Zweisemmel\u00e4quivalent pro Brot) und Studentenfutter, was ich zwischendurch gekauft hatte, gegessen. Dann lie\u00df der Hunger nach.<br \/>\nGeschlafen habe ich wie ein Stein. Im Vierbettzimmer sind wohl zwei Mitbewohner nachts ausgezogen. Nein, nicht wegen mir. Sie h\u00e4tten wohl kurzfristig nach Hause zu einem Ihrer Kinder gem\u00fcsst, so hat man mir am Morgen berichtet. Nichts, rein gar nichts, habe ich davon mitbekommen, obwohl die beiden sicher nicht zu den Leisesten z\u00e4hlten und ich f\u00fcr die Nacht schon Bedenken gehabt hatte.<br \/>\nZuletzt die zusammenfassende Statistik f\u00fcr die Zahlenfetischisten. Die Zahlen sind unbedingt zum Genie\u00dfen. Sie werden nicht so schnell wieder Auftauchen, sonst verginge mir die Lust am Radfahren. Die n\u00e4chsten Tage werden 100 bis max. 150 Kilometer mit sich bringen.<br \/>\n\u2013 Kilometer: 208; H\u00f6henmeter: 2400 auf und 2800 ab; Systemgewicht ohne Fahrer am Start: 52 Kilogramm; Gesamtzeit: 10:30 Stunden.<br \/>\n\u2013 viel interessanter: Fr\u00fchst\u00fcck: 3 Brote (Zweisemmel\u00e4quivalent), 2 Orangen, 1 Banane, mit Hunger gestartet, da nicht mehr da war. Unterwegs: 5 Bananen, 4 Packungen Kekse (Typ Oreo in Variationen), 1 Eis (Typ Nigger Nougat, was aus politischen Gr\u00fcnden jetzt gewiss anders hei\u00dfen sollte), 2 Liter Cola, 7 Liter Wasser. Abendessen: 2 Hamburger mit Salat, die Besten die ich je gegessen habe und die wirklich exzellent waren, ein Quiche, 3 Brote (Zweisemmel\u00e4quivalent), ein Studentfutter, ein Glas Rotwein und 2 Liter Wasser. Energiebilanz: negativ; erst jetzt am Folgetag l\u00e4sst der Hunger nach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Insider m\u00f6gen \u201eWaschtag\u201c bitte im \u00fcbertragenen Sinne verstehen. Das bedeutet, das wunderbare Hostales El Punto k\u00fcmmert sich gerade darum, den Atacama-Staub aus meiner W\u00e4sche zu bekommen. Derweilen putze ich das Rad, also nur die Kette und das Schaltwerk. Die Cola-Staubspritzer lasse ich f\u00fcr eine ordentlich used-Optik dran, was mehreren \u00dcberlegungen zu Grunde liegt. 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