{"id":4245,"date":"2017-12-02T22:14:06","date_gmt":"2017-12-02T20:14:06","guid":{"rendered":"https:\/\/radness.de\/?p=4245"},"modified":"2017-12-02T22:15:40","modified_gmt":"2017-12-02T20:15:40","slug":"kubanische-kontaktfreunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=4245","title":{"rendered":"Kubanische Kontaktfreu(n)de."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-4245' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0471-1024x678.jpg\" title=\"DSC_0471\" rel=\"polaroid_328508695\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0471-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0479-1024x678.jpg\" title=\"DSC_0479\" rel=\"polaroid_328508695\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0479-150x150.jpg); 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width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0546-1024x678.jpg\" title=\"DSC_0546\" rel=\"polaroid_328508695\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/DSC_0546-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p><em>Anmerkung des Autors: Der folgende Beitrag ist wenig objektiv. Der Autor verbrachte lediglich drei Wochen im sozialistischen Kuba &#8211; meist gesch\u00fctzt hinter von der kubanischen Regierung errichteten pseudo-kapitalistischen Fassaden. Der Autor kann sich auf keinerlei weitere Lebenserfahrung in eine kommunistisch-sozialistischen System berufen. Folglich geben folgende Schilderungen das echte Leben in einem sozialistischen System nicht hinreichend wieder.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Man, frau, der Leser, die Leserin, allesamt stellen sich einmal vor, sie w\u00e4ren den ganzen Tag unterwegs gewesen. Es ist hei\u00df und dr\u00fcckend schw\u00fcl. Sollen es vielleicht 29 Grad im Schatten bei 85% Luftfeuchtigkeit sein. Der Schwei\u00df verdunstet kaum und die Kleidung bleibt nassgeschwitzt. Der Magen knurrt seit zwei Stunden und das abgestandene warme Wasser mit Plastikgeschmack ist seit einer Stunde aus. Sie, also man, frau, der Leser oder die Leserin erreichen ein mittelgro\u00dfes, unbekanntes St\u00e4dtchen, was der Einfachheit halber den Namen &#8222;Forchheim&#8220; tragen soll. Sie fahren mit gr\u00f6\u00dfter Aufmerksamkeit in dieses Nest: Der Blick sucht schweifend nach Schildern mit den Hinweisen &#8222;Pension&#8220; oder &#8222;Hotel&#8220; und die Nase geht jedem Duft nach, in der Hoffnung, ein kleines Lokal oder Wirtshaus zu finden. Die Ohren hoffen ebenfalls auf einen hilfreichen Zuruf. Nebenher wird noch das Navigationssystem und das Smartphone um elektronische Unterst\u00fctzung gebeten. Und was ergibt sich: Nichts, nada! Kein zum Ziele f\u00fchrendes Schild; viele Ger\u00fcche, aber nur \u00dcble; wirres Gepl\u00e4rr in unbekannter, ja fr\u00e4nkischer Sprache; im Navigationssystem kein Hinweis und das Smartphone ohne Netz beziehungsweise WLAN. Sie fahren weiter und weiter immer tiefer in das St\u00e4dtchen hinein und landen irgendwann am Marktplatz. Dort stehen alte bauf\u00e4llige H\u00e4user. Der Gestank nimmt zu, ebenso das Gepl\u00e4rr. Sie kommen zum Stillstand und bringen sich im n\u00e4chsten Moment schon auf den Gehsteig in Sicherheit, um nicht vom Bus mit dem wild hupenden Busfahrer \u00fcberfahren zu werden, oder vom Taxi, oder vom Pferdegespann. Nun, was tun sie jetzt, man, frau, der Leser oder die Leserin? Nichts, nicht wahr? Oder beten, dass einer dieser grimmig drein schauenden Franken sich eines erbarmt.<\/p>\n<p>Schon gut, Herr Beyer gibt zu, dass dieses hypothetische Konstrukt hinkt, denn ein mittelgro\u00dfes, fr\u00e4nkisches St\u00e4dtchen ohne Wirtshaus, Bier und Schweinsbraten gibt es nicht. Doch der Rest k\u00f6nnte durchaus zutreffen, auch auf Forchheim.<\/p>\n<p>Man, frau, der Leser und die Leserin k\u00f6nnen desweiteren zum Einwand bringen, dass es jetzt Winter ist und es im mittelfr\u00e4nkischen Forchheim gewiss keine 29 Grad und 85% Luftfeuchtigkeit haben wird. Und da haben sie auch Recht. Denn Herr Beyer war nicht in Franken, sondern in Kuba, wo er jene Situation zusammen mit Frau Gackstatter und Herrn Schmidt, in ihrer gemeinsamen T\u00e4tigkeit sehr gut befreundete Tandemfahrer, in einem St\u00e4dtchen namens Guines und in \u00e4hnlicher Weise auch in anderen Orten Kubas erlebte.<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt auch, warum sich der weitere Ablauf der Geschichte anders als erwartet darstellen wird. Denn w\u00e4hrend man, frau, der Leser oder die Leserin in Forchheim inst\u00e4ndig um h\u00f6here Hilfe bitten m\u00fcssten, musste sich Herr Beyer zusammen mit seinen allemannischen Freunden mancher freundlichen, freudigen, gar \u00fcbersch\u00e4umenden kubanischen Hilfe dringend verwehren.<\/p>\n<p>Nur was ist genau passiert? Nach Erreichen des Ortskernes und kurzer zielloser Konspiration geschah Folgendes. Die drei Radler setzen sich nochmalig in Bewegung um den Ortskern abzufahren, eine Strategie, die sich einige Male in Kuba gut bew\u00e4hrt hat. Jedoch brachte dieses Cruisen um den Marktplatz in Guines keine L\u00f6sung, ebenso wenig ein weiteres, kurzes Zuwarten am Gehsteig. Ein kleiner Schritt war in Guines notwendig, ehe sich die kubanische Hilfskette unaufhaltsam in Bewegung setzte:<\/p>\n<p>Herr Beyer dachte sich, dass eventuell die Rettungssanit\u00e4ter, die ihre Wache im Stadtzentrum von Guines hatten, hilfreich sein k\u00f6nnten. T\u00fcr und Tor standen offen und die Sanis sa\u00dfen nicht in der Wache, wie in Deutschland, sondern vorm Tor. Zumindest einige von ihnen. Und freundlich sahen sie allesamt aus. Herr Beyer trat also heran und fragte den in wei\u00df gekleideten Kollegen, ob er wisse, wo vor Ort ein Casa particular sei, was letztendlich eine solide Unterkunft f\u00fcr Besucher mit harten Divisen, also jegliche ausl\u00e4ndische Touristen, darstellt. Der Sani sch\u00fcttelte zun\u00e4chst den Kopf und ging dann zu seinem Kollegen, der sich gleich noch mit seinem Chef beratschlagte. Der Griff zum Telefon wurde get\u00e4tigt und dann wurde Herrn Beyer in Spanisch mit kubanischen H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen mitgeteilt, wo er sowie Frau Gackstatter und Herr Schmidt eine Unterkunft finden k\u00f6nnten. Herr Beyer schien wohl schwer vom Begriff, so dass er zugleich in einen der Ambulanzwagen gebeten wurde. Und dann ging es los. Nein, nicht in Richtung Psychiatrie, auch wenn das manchmal angebracht scheint! In einem Affenzahn, wenn auch nicht mit Martinshorn und Blaulicht, ging es in Richtung Stadtrand. Nur gut, dass Herr Beyer seinen Fahrradhelm zur Sicherheit aufgelassen hatte, denn die Gurte funktionierten nicht. F\u00fcr Au\u00dfenstehende muss dies wohl ein besonderer Anblick gewesen sein: Die beiden wei\u00df gekleideten Sanis und dazwischen ein in Gr\u00fcn gekleideter ausl\u00e4ndischer Radfahrer mit wei\u00dfem Helm. Anyway &#8211; nach gesch\u00e4tzten f\u00fcnf Minuten waren die drei am Stadtrand an einem &#8222;Landhaus&#8220; angelangt, wo Herr Beyer von einem Mann, dann einer Frau und dann noch einer Frau begr\u00fc\u00dft wurde. Sp\u00e4ter w\u00fcrde dann noch die Chefin dazukommen und die Kinder. Jedenfalls regelten die Sanis, dass Herr Beyer sowie Frau Gackstatter und Herr Schmidt in dem &#8222;Landhaus&#8220; \u00fcbernachten konnten. Es war kurz nach vier und es wurde vereinbart, dass die drei Radler gegen sechs aufkreuzen. Vorher w\u00fcrden sie sich noch mit Nahrung und Getr\u00e4nken eindecken, denn Fr\u00fchst\u00fcck und Abendessen wurden im Gegensatz zu den Casas particulares nicht geboten. Dann ging es im Ambulanzwagen zur\u00fcck in den Ortskern, wo Herrn Beyers Landsleute ihn erwartungsvoll in Empfang nahmen.<\/p>\n<p>Nun galt es Abendessen und Fr\u00fchst\u00fcck zu organisieren und etwas f\u00fcr den kleinen Hunger zwischendurch. Das sah ausnahmsweise nach einer leichten Aufgabe aus, denn ein Supermarkt war am Marktplatz zu ersp\u00e4hen. Die Auswahl darin war f\u00fcr kubanische Verh\u00e4ltnisse gar gut: Das bedeutet: Es gab eine Auswahl, die es aber gewiss nicht mit einem beliebigen Hunde- und Katzenfutterregal eines beliebigen deutschen, geschweige denn amerikanischen Supermarktes h\u00e4tte aufnehmen k\u00f6nnen. So kauften Herr Beyer und Herr Schmidt Honig, Zwieback und Wasser, w\u00e4hrend Frau Gackstatter die R\u00e4der bewachte. Pasta und Tomatensauce, die sie aber bis zum Ende der Reise nie kochen sollten, aus Mangel an Kochgelegenheiten.<\/p>\n<p>Die Suche des Abendessens verlief dann wieder nach klassisch kubanischer Manier. Es ging einmal um den Marktplatz, ehe ein jugendlich aussehender Kubaner names Lazaro, die drei Radler ansprach und allerhand wissen wollte. Auf die kurze Frage der drei Radler, wo sie hier in Guines essen k\u00f6nnten, war Lazaro zu ihrer Abendbegleitung geworden. Es ging zun\u00e4chst in ein Restaurant, das kreolische K\u00fcche anbot, was letztendlich die &#8222;traditionelle&#8220; kubanische Kost darstellt. Zur Auswahl stand eine Vielzahl von einem Gericht, n\u00e4mlich gekochtes Fleisch vom Schwein mit Reis und Bohnen. F\u00fcr Vegetarierer gab es folglich kein Fleisch mit Reis und Bohnen. Zugegebenerma\u00dfen war das Gericht jedoch sehr lecker. Es zahlt sich eben aus, sich auf Weniges zu konzentrieren. Danach orderten Herr Schmidt und Herr Beyer noch Kaffee, wo jedoch Lazaro zu einer anderen Lokalit\u00e4t riet. Eine schicke Cafeteria lag einen Viertelkilometer entfernt und war neu er\u00f6ffnet worden. Lazaro genoss es sichtlich mit seinen drei neuen Freunden in der modernen Cafeteria einen Kaffee zu schl\u00fcrfen, sich immer wieder mit seinen Kumpanen vor der T\u00fcr auszutauschen und dann erneut die interkulturelle Interaktion anzuregen. Zum Gl\u00fcck war es nun kurz vor sechs und die drei Radfahrer mussten zu ihrer Unterkunft. Doch zuvor lie\u00df es sich Lazaro nicht nehmen, sie noch seiner Familie vorzustellen und in seine Wohnung zu f\u00fchren. Er interessierte sich sehr f\u00fcr Design, Mode und hatte eine kleine Schuhboutique, die es in der Auswahl definitiv nicht mit dem Schuhschrank einer durchschnittlichen deutschen Frau aufnehmen konnte. Schlussendlich rissen sich die drei Radler von Lazaro los und vertr\u00f6steten ihn auf &#8222;manana&#8220;, wann auch immer das sein sollte.<\/p>\n<p>Kurz nach sechs gelangten Frau Gackstatter, Herr Schmidt und Herr Beyer schlie\u00dflich zum Landhaus am Stadtrand neben dem Stadium. Bei der Unterkunft handelte sich nicht um eine Casa particular, welche \u00fcblicherweise die Touristen beherbergt und bestimmte Standards erf\u00fcllen muss, wie zum Beispiel flie\u00dfend Wasser, Klimaanalage, Fr\u00fchst\u00fcck mit Ei, Brot, Kaffee, Milch und Honig. Aufgrund der vielen Spiegel an der Wand und an der Decke war davon auszugehen, dass es sich (a) entweder um den Spiegelsaal zu Versailles oder (b) ein Etablissement f\u00fcr besondere Anl\u00e4sse handelte. Da Guines nicht in Frankreich liegt, musste (a) ausscheiden und tats\u00e4chlich fand Frau Gackstatter in der Lekt\u00fcre &#8222;Kulturschock Kuba&#8220; heraus, dass es sich hier um ein Stundenhotel, welches es wohl geh\u00e4uft in Kuba g\u00e4be, handeln m\u00fcsse. Doch egal: Die R\u00e4der konnten sicher verstaut werden. Es gab eine Dusche, auch wenn deren Konstruktion, wie auch in manch anderer kubanischen Unterkunft, alles andere als sicher erschien. Und schlie\u00dflich fanden Frau Gackstatter und Herr Schmidt ein &#8222;durchgelegenes&#8220; Doppelbett vor, wobei f\u00fcr Herrn Beyer noch ausreichend, im D\u00e4mmerlicht als wohl sauber zu beurteilender, Boden f\u00fcr die Isomatte vorhanden war. Es lie\u00df sich also hinreichend gut n\u00e4chtigen, auch wenn der Schlaf, wie so oft in Kuba wenig erholsam werden sollte. Das n\u00e4chtliche Schwitzen, welches nicht auf vermehrte n\u00e4chtliche Aktivit\u00e4t oder konsumierende Erkrankungen, sondern auf das warme und schw\u00fcle Klima zur\u00fcckzuf\u00fchren war, bescherte den Mitteleurop\u00e4ern einige Schlafprobleme. Ebenso wie die M\u00fccken, die sich unter diesen Bedingungen pudelwohl f\u00fchlten. Und zuletzt war wohl auch der abendliche Genuss kubanischen Kaffees, der als einer der st\u00e4rksten der Welt gilt, nicht ganz unschuldig daran.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachtrag: Dieser Beitrag gibt einen kleinen Ausschnitt aus dem Radleralltag von Frau Gackstatter, Herrn Schmidt und Herrn Beyer wieder. Mitunter mag er konfus wirken, was dem Jetlag geschuldet ist. Au\u00dferdem f\u00e4llt es Herrn Beyer schwer, diese v\u00f6llig andere Welt, in die er nur einen kurzen Einblick hatte, gut darzustellen. Eine &#8222;Live-Reportage&#8220; wie in Chile war \u00fcbrigens nicht m\u00f6glich, da es an Zugriffsm\u00f6glichkeiten auf das WWW mangelte. Schlie\u00dflich hofft Herr Beyer, hier noch einige kleinere Informationen aus der Kubareise festzuhalten und mit seiner Leserschaft zu teilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkung des Autors: Der folgende Beitrag ist wenig objektiv. Der Autor verbrachte lediglich drei Wochen im sozialistischen Kuba &#8211; meist gesch\u00fctzt hinter von der kubanischen Regierung errichteten pseudo-kapitalistischen Fassaden. Der Autor kann sich auf keinerlei weitere Lebenserfahrung in eine kommunistisch-sozialistischen System berufen. 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