{"id":427,"date":"2016-12-05T21:24:56","date_gmt":"2016-12-05T19:24:56","guid":{"rendered":"https:\/\/thewayishappinessblog.wordpress.com\/?p=427"},"modified":"2017-10-17T12:46:20","modified_gmt":"2017-10-17T10:46:20","slug":"ausgebremst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=427","title":{"rendered":"Ausgebremst."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-427' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4048-1024x678.jpg\" title=\"dsc_4048\" rel=\"polaroid_1153192508\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4048-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4033-1024x678.jpg\" title=\"dsc_4033\" rel=\"polaroid_1153192508\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4033-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4009-1024x678.jpg\" title=\"dsc_4009\" rel=\"polaroid_1153192508\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/dsc_4009-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Vor exakt vier Wochen ging die Reise los. Vier Wochen lang waren Wind, H\u00f6henmeter, Versorgungsm\u00f6glichkeiten und meine Beine die Determinanten des Radlerfolges. Gut, der Kopf ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen, beziehungsweise er steht sowieso \u00fcber allem, denn am Ende des Tages bleibt alles eine Frage der Wahrnehmung. Deswegen bleibt er, der Kopf, aus der Betrachtung au\u00dfen vor; es g\u00e4be dann nur ihn zu betrachten, was sicherlich auch einige Eintr\u00e4ge wert w\u00e4re.<\/p>\n<p>Seit gestern kommt jedenfalls ein neuer Faktor hinzu: Das Wetter, im Sinne von Regenwetter. Es regnet seit gestern Mittag: Mein Hintern jubelt, mein Beine langweilen sich, denn ich mache Pause.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re es schon: &#8222;Schlechtes Wetter gibt es nicht, nur schlechte Kleidung!&#8220; Stimmt. Tats\u00e4chlich, nachdem gestern der Regen am letzten Drittel der Strecke eingesetzt hatte, tat das meiner Stimmung keinen Abbruch. Null. Niente. Nada. Weit heruntergezogene Schutzbleche, \u00dcberschuhe, Regenjacke- und Hose sowie eine M\u00fctze, und es lief hervorragend. Nass wurde ich zwar, aber nur von innen. Da kamen Hochgef\u00fchle auf, denn ich erwarte weiter s\u00fcdlich noch mehr Regentage. Das Equipment scheint wohl gew\u00e4hlt und wird seinen Dienst leisten.<\/p>\n<p>Heute traf ich w\u00e4hrend des Einkaufens zwei niederl\u00e4ndische Reiseradler, Frau und Mann, sch\u00e4tzungsweise 55 Jahre alt. Die kamen gerade im \u00d6rtchen Melipeuco angeradelt, mit kurzer Hose und Sandalen. Sie sind wohl einiges mehr gewohnt als das deutsche Weichei. Doch das deutsche Weichei ist auch eine andere Strategie gefahren: W\u00e4hrend die beiden gestern in Temuco um 11 Uhr bei Regen aufbrachen, hatte ich zur gleichen Zeit schon zwei Drittel der Strecke nach Melipeuco zur\u00fcckgelegt und den Ort Cunco trocken erreicht: Dutch Wetterfestigkeit meets German Reisestrategie! \u00dcbrigens war der Regen h\u00f6chst anst\u00e4ndig. Er legte erst los, als ich Cunco mit einer h\u00fcbschen, \u00fcberdachten Bushaltestelle erreicht hatte.<\/p>\n<p>Zieht man nun die Betrachtungen zum Equipment und den niederl\u00e4ndischen Reiseradlern zusammen, muss man klar festhalten: Ich h\u00e4tte heute doch weiterfahren k\u00f6nnen, quasi m\u00fcssen, des Radlerstolzes wegen. QED. Stimmt, und auch nicht: Mindestens drei Ausreden kann ich anf\u00fchren, welche das Pausieren rechtfertigen versuchen:<\/p>\n<p>(1) Der Hintern hat echt eine Pause verdient. Trotz superkomfortablen Brooks-Sattel gingen 2900 Kilometer und unz\u00e4hlige Stunden auf dem Rad nicht spurlos vor\u00fcber. Weitere Ausf\u00fchrungen bleiben dem Leser an dieser Stelle erspart.<\/p>\n<p>(2) Bis zur Careterra Austral in circa zwei bis drei Wochen, die der letzte gro\u00dfe Abschnitt sein wird, den ich &#8222;unbedingt&#8220; fahren m\u00f6chte, soll das Equipment geschont werden. Trotz hervorragender Schutzbleche setzt sich der fiese, k\u00f6rnige Schmutz bei nassem Untergrund, gerade auf den Pisten, in Antrieb und Bremsen fest und reibt, und reibt, und reibt sich durch. Ab der Careterra z\u00e4hlt diese Ausrede nicht mehr, denn dann wird das Rad diese letzten 1000 Kilometer schon schaffen.<\/p>\n<p>(3) Im Hostales Tourismo Allipen ist es nett: Mit offenen Armen wurde ich empfangen. Das Rad, das vollgesaute, darf ich, nein soll ich im gefliesten Essensraum abstellen. Kaffee gibt es ohne Ende. Die gro\u00dfe K\u00fcche darf ich nutzen. Und ich habe ein gro\u00dfes Vierbettzimmer f\u00fcr mich. Ganz alleine. Ich durfte mir gar ein Zimmer aussuchen, denn ich bin der einzige Gast! Das widerspricht sich \u00fcbrigens mit der Online-Buchung, die ich f\u00fcr dieses Hostales noch in Temuco\u00a0vorgenommen hatte: booking.com schrieb: &#8222;Sie buchen das letzte Zimmer.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor exakt vier Wochen ging die Reise los. Vier Wochen lang waren Wind, H\u00f6henmeter, Versorgungsm\u00f6glichkeiten und meine Beine die Determinanten des Radlerfolges. Gut, der Kopf ist nicht zu vernachl\u00e4ssigen, beziehungsweise er steht sowieso \u00fcber allem, denn am Ende des Tages bleibt alles eine Frage der Wahrnehmung. 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