{"id":4325,"date":"2017-12-22T15:11:56","date_gmt":"2017-12-22T13:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/radness.de\/?p=4325"},"modified":"2018-01-04T22:30:57","modified_gmt":"2018-01-04T20:30:57","slug":"die-laengste-nachtwanderung-des-jahres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=4325","title":{"rendered":"Die l\u00e4ngste Nachtwanderung des Jahres."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-4325' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_20171221_1625581-576x1024.jpg\" title=\"IMG_20171221_162558[1]\" rel=\"polaroid_1169752059\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_20171221_1625581-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_20171222_0800101-1024x576.jpg\" title=\"IMG_20171222_080010[1]\" rel=\"polaroid_1169752059\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_20171222_0800101-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_0006-1024x1024.jpg\" title=\"IMG_0006\" rel=\"polaroid_1169752059\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG_0006-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Von gestern auf heute war die l\u00e4ngste Nacht des Jahres. Das ist den Lesern gewiss bekannt. F\u00fcr Erlangen, das sagt zumindest das Orakel Google, bedeutete das einen Sonnenuntergang am 21.12.2017 um 16:18 Uhr und einen Sonnenaufgang am 22.12.2017 um 8:11 Uhr, also circa 16 Stunden Dunkelheit. \u00dcberpr\u00fcfen konnte das Herr Beyer nicht, denn es war diesig. Es war so diesig, dass die Stirnlampe nicht einmal den Schlamm unter seinen F\u00fc\u00dfen darzustellen vermochte. Wie sollte er da die unter- und aufgehende Sonne erkennen? Das in den W\u00e4ldern um Erlangen, Forchheim und Ebermannstadt viel Schlamm war, das konnte Herr Beyer jedoch mit all seinen Sinnen wahrnehmen: Den kalten Schlamm an den F\u00fc\u00dfen sp\u00fcren, sein Quarken bei jedem Schritt h\u00f6ren und die katastrophalen Folgen an Schuhen, Hose und Jacke am n\u00e4chsten Tag sehen. Nur das Schmecken lie\u00df Herr Beyer aus.<\/p>\n<p>Nein, nein, eine Schlamm- und Schlickwanderung war eigentlich nicht geplant, sondern eine Nachtwanderung, n\u00e4mlich die L\u00e4ngste des Jahres. Die Planung sah folgende Eckpunkte vor: Weihnachtsmarkt Erlangen &#8211; Effeltrich &#8211; Forchheim &#8211; Retterner Kanzel &#8211; Vixierkapelle &#8211; Burg Feuerstein &#8211; Ebermannstadt &#8211; Wallerturm &#8211; Zuckerh\u00fctl &#8211; Burg Neideck. Und das Beste: Es hatten sich gar Freiwillige gemeldet, die so verr\u00fcckt waren, Herrn Beyer zu begleiten. Sollten sie jetzt krank sein oder werden, dann, so muss leider konstatiert werden, sind sie selber Schuld. Was auch immer Schuld ist. Anyway, Herr Beyer bedankt sich ganz herzlich bei seinen Mitleidenden, die das Unterfangen zu einem angenehmen Happening machten. Das war grandios!<\/p>\n<p>Besonderem Dank gilt Herrn Janka, der zu Herrn Beyer&#8217;s neuem Vorbild avanciert ist. Er ist der einzige, der die Tortur von Anfang bis Ende durchstand, beziehungsweise durchstapfte. Mit allen H\u00f6hen und Tiefen. Der Mann ist um die 50, r\u00f6delt auf Arbeit wie ein 40-J\u00e4hriger, sieht aus wie ein 30-J\u00e4hriger und wird von 20-J\u00e4hrigen Kolleginnen angehimmelt. Und dann stapfte er noch eine volle Nacht, fast 16 Stunden, mit Herrn Beyer, der gerade aus dem Kuba-Survival-Camp zur\u00fcck gekommen war und damit physisch wie psychisch zu H\u00f6chstleistungen aufdrehen konnte, durch den Fr\u00e4nkischen Schlamm. Herr Beyer war und ist fortw\u00e4hrend begeistert!<\/p>\n<p>Das Bildmaterial von der l\u00e4ngsten Nachtwanderung des Jahres f\u00e4llt leider d\u00fcrftig aus. Aus Gewichtsgr\u00fcnden hat Herr Beyer auf Spiegelreflex und Stativ verzichtet und damit Recht behalten: Der Spr\u00fchregen DD Nebel waren so garstig, dass sie die Sicht auf wenige Zentimeter beschr\u00e4nkten und jegliche Fotografie zu einem Ding der Unm\u00f6glichkeit machten. So war von einem sch\u00f6nen n\u00e4chtlichen Ausblick an der Retterner Kanzel nichts zu sehen. Herr Janka und Herr Beyer sahen nicht einmal die Kanzel, obwohl sie nur zwei Meter von ihr entfernt standen. Es gibt daher nur Pr\u00e4- und Postbildmaterial (s.o.) Dabei zeigt das Pr\u00e4bild den Kollegen Keller beim Ankleiden der Expeditionsausr\u00fcstung. Die acht Schichten im Zwiebelschalenprinzip sollten ihn vor Wind und Wetter in der sogenannten Todeszone, nahe Forchheim, bewahren. Bei Betrachtung des Bildes m\u00f6chte Herr Beyer darauf hinweisen, dass die Unsch\u00e4rfe den Limitationen der Kamera geschuldet ist. Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass Herr Keller Geschwindigkeit beim Umkleiden aufgenommen h\u00e4tte. Das Postbild zeigt Herrn Janka in einer seiner Deep-Trance-Meditations-Phasen. Herr Beyer analysiert und testet soeben, ob eben jene \u00dcbungen der Jungbrunnen Herrn Jankas sind. Er bef\u00fcrchtet aber, dass, wie so meist in der Medizin, die Erkl\u00e4rung in Herrn Jankas \u00e4u\u00dferst g\u00fcnstigen Erbgut liegen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zuletzt, so wird Herrn Beyer beim Schreiben soeben bewusst, ist er seinen Leser wohl noch einen Abriss \u00fcber die Ereignisse des nun letzten Microadventures des Jahres 2017 schuldig. Sie seien chronologisch und partiell stichpunktartig wie folgt zu rekapitulieren:<\/p>\n<p>16:18 Uhr: Treffpunkt am Weihnachtsmarkt Erlangen: Stellvertretende Klinikdirektoren, Ober\u00e4rztinnen, Vice Chief Regional German Post Medical Officers und (fast) promovierte Physikerinnen sind p\u00fcnktlich und scharren mit den Hufen. Wer l\u00e4sst auf sich warten: Die Studentin! Aber, wer kann, der kann&#8217;s. Nicht wahr liebe Frau Rexin!<\/p>\n<p>17:30 Uhr: Die obgenannten Kapazit\u00e4ten hatten dem Alkohol oder dem Kinderpunsch gefr\u00f6nt und k\u00f6nnen nun los. Ms. Rexin has finally arrived.<\/p>\n<p>19:30 Uhr: Die Leuchtst\u00e4be, die Herr Beyer verteilt hat, um kein Gruppenmitglied zu verlieren, werden unn\u00f6tig. Frau Schmidt h\u00e4lt die Gruppe akustisch hinreichend zusammen.<\/p>\n<p>22:30 Uhr: Ankunft in Forchheim. Die Gruppe trennt sich. Herr Janka und Herr Beyer verlieren treue Gef\u00e4hrtinnen und Gef\u00e4hrten. Nun tragen sie allein all die Last, die mit dem Ring verbunden ist. &#8212; Oha, falscher Film.<\/p>\n<p>23:00 Uhr: Herr Janka und Herr Beyer kehren in der Lohm\u00fchl (ohne e!) ein, um sich vor dem Marsch durch die Finsternis zu st\u00e4rken. An ein Wohlbefinden in der Kneipe ist kaum zu denken. Zu viele dunkle Gestalten = Forchheimer. &#8212; Herr Beyer kommt aus dem Film nicht heraus.<\/p>\n<p>24:00 Uhr: Frodo Beutlin und Sam Gamdschie sind auf dem Weg zum Forchheimer Kellerwald. Auf dem Weg dorthin begegnet Ihnen Arwen. Der letzte Lichtblick bis zum Sonnenaufgang am n\u00e4chsten Tag.<\/p>\n<p>1:00 Uhr: Frodo und Sam erreichen die Rettener Kanzel. Dicker Nebel versperrt den Blick auf Mordor, \u00e4h die Metropolregion.<\/p>\n<p>2:30 Uhr: Frodo und Sam finden Zuflucht in der Bergkapelle, die Schutz vor Regen und Wind bietet. Ein letztes Gebet. Die Gef\u00e4hrten ziehen weiter.<\/p>\n<p>5:00 Uhr: Ein Licht leuchte Ihnen, Herr lass sie wandern in Frieden. Frodo und Sam erreichen die Vixierkapelle. Der weihnachtlich beschm\u00fcckte Weihnachtsbaum verwandelt den ihn umgebenden Nebel in warmes Orange. Aber nur bildlich, versteht sich. Sonst war es kalt.<\/p>\n<p>6:45 Uhr: Innerer Druck und B\u00fcrde auf die Gef\u00e4hrten steigen. Sie erh\u00f6hen das Tempo, sie rauschen durch die Nacht, nur \u00fcberholt von wenigen auf R\u00e4dern reitenden Schwarzgestalten. Bald erreichen sie das sch\u00fctzende EBS.<\/p>\n<p>7:00 Uhr: Frodo und Sam kommen zur blaunen Lagune. Eine tiefe, innere Erleichterung kehrt ein. Die Gefahren sind abgewandt. Nach einem kurzen Stopp geht es noch in den Kaufladen EDKA, wo die heimische B\u00e4ckerei Fuchs mit reichhaltigen Leckereien wirbt.<\/p>\n<p>8:10 Uhr: Nach dem Marsch zur Anlegestelle ist Frodos und Sams Auftrag erf\u00fcllt. Ein Bus, noch ein Bus und dann ein Zug bringen Herrn Janka und Herrn Beyer zur\u00fcck in das heimische Erlangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>P.S. Ziele sind Leuchtt\u00fcrme und keine H\u00e4fen. Die aufmerksamen Leser werden bemerkt haben, dass Herr Janka und Herr Beyer von der urspr\u00fcnglichen Route abwichen. Morast, Schlick und Schlamm verz\u00f6gerten das Vorankommen erheblich. Die Stationen waren daher: Erlanger Weihnachtsmarkt &#8211; Effeltrich &#8211; Forchheim &#8211; Retterner Kanzel &#8211; Bergkapelle &#8211; Vixierkapelle &#8211; Ebermannstadt.<\/p>\n<p>P.P.S. Es tauchen doch noch Bilder der Aktion an sich auf, die nun der Galerie angef\u00fcgt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von gestern auf heute war die l\u00e4ngste Nacht des Jahres. Das ist den Lesern gewiss bekannt. 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