{"id":4400,"date":"2018-03-01T23:33:59","date_gmt":"2018-03-01T21:33:59","guid":{"rendered":"https:\/\/radness.de\/?p=4400"},"modified":"2018-03-01T23:33:59","modified_gmt":"2018-03-01T21:33:59","slug":"lung-gom-pa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=4400","title":{"rendered":"Lung Gom Pa."},"content":{"rendered":"<p>ASICS: &#8222;Anima sana in corpore sano.&#8220; Auf Deutsch: &#8222;Ein gesunder Geist steckt in einem gesundem K\u00f6rper.&#8220;\u00a0Die Allgemeinheit\u00a0versteht darunter, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden K\u00f6rper gedeiht.\u00a0Doch Ch. Beyer wundert sich, ob\u00a0auch das Umgekehrte gilt,\u00a0also ob ein gesunder K\u00f6rper einen gesunden Geist braucht. Nat\u00fcrlich interessiert sich Ch. Beyer nicht f\u00fcr den gesunden Normalzustand, sondern m\u00f6chte wissen, ob\u00a0ein K\u00f6rper auch gut gedeihen kann, wenn er einen kranken Geist beherbergt,\u00a0also wenn die Steuerzentrale nicht mehr\u00a0alle Tassen im Schrank hat.<\/p>\n<p>Jedenfalls, um zun\u00e4chst eine solide Grundlage f\u00fcr weitere Hirngespinnste zu schaffen, auch wenn sich diese ohne Grundlage oft viel besser spinnen lassen, man m\u00f6ge sich nur an unsere Politiker erinnern, holt Ch. Beyer nochmals aus, im transzendierenden Sinne, versteht sich. Decimus lunius luvenalis, kurz Juvenal, ein bereits von uns gewichener Schreiberkollege von Ch. Beyer aus dem 1. Jahrhundert nach dem Herrn, wusste festzuhalten: &#8222;Orandum est ut sit mens sana in corpore sano.&#8220; (Satiren X 356) \u00dcbersetzt meinte er also:\u00a0&#8222;Beten sollte man darum, dass ein gesunder Geist in einem gesunden K\u00f6rper sei.&#8220;<\/p>\n<p>Also unentschiedene Wechselwirkung, so\u00a0deutet Ch. Beyer die Aussage von Juvenal. Ein gesunder Geist braucht einen gesunden K\u00f6rper, braucht einen gesunden Geist, braucht einen gesunden K\u00f6rper, braucht einen gesunden Geist, und so weiter und so fort. Sp\u00e4testens nach diesen Gedankenkreisen ist der Geist verkrankt und err\u00fcckt. Da h\u00e4tte sich Herr Juvenal bittesch\u00f6n festlegen k\u00f6nnen. Naja, der Sportartikelhersteller ASICS hat es f\u00fcr ihn \u00fcbernommen: Der gesunde Geist kann nur einem gesunden K\u00f6rper stecken, der selbst wiederum nur in ASICS Schuhen stecken kann.<\/p>\n<p>1977 ist der Sportartikelhersteller ASICS aus der Fusion der Konzerne Onitsuka Tiger und GTO Sports Nets &amp; Sportswear hervorgegangen. Dabei findet Ch. Beyer, dass gerade der Name des ersteren Teilkonzern sehr ansprechend gewesen war und h\u00e4tte beibehalten werden sollen. F\u00fcr die Gestaltung des Kunstnamen ASICS wurde dann der lateinische Originalspruch von &#8222;Mens sana in corpore sano&#8220; in &#8222;Anima sana in corpore sano&#8220; umgewandelt. Ob das nun rechtens ist? Vielleicht sollte irgendeine Universit\u00e4t sich dieses Falles annehmen, eine Plagiatspr\u00fcfung durchf\u00fchren, und ASICS den Doktortitel entziehen. Irgendeiner wird von denen schon einen Doktortitel haben. Ist doch wahr! Denen geschieht doch recht!\u00a0Bestimmt stecken die japanischen BWLer dahinter. Und viel schlimmer h\u00e4tte die japanische Aussprache des Akronyms MSICS im Vergleich zu ASICS auch nicht mehr sein k\u00f6nnen: Ashikkusu.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich\u00a0wollte Ch. Beyer\u00a0nicht den kranken Kopf auf dem gesunden K\u00f6rper diskutieren. Schon wei\u00df er auch nicht mehr, wie er dahin abschweifen konnte, aber die &#8222;Henne &amp; Ei&#8220;-Frage war wohl zu attraktiv, um sie am Wegesrand liegen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist Ch. Beyer heute noch von Dr. Pisetsky, seinem ehemaligen Chef an der Duke University, gepr\u00e4gt. Ch. Beyer war damals auf Werbekampagne f\u00fcr seine neue Weltformel: &#8222;Eat happy, be healthy!&#8220; Er propagierte in diesem Zusammenhang die Durchf\u00fchrung der\u00a0Kuchendi\u00e4t: Gl\u00fccklich sein ist gesund. Kuchen macht gl\u00fccklich. Also ist Kuchen gesund. Dr. Pisetsky hat die Formel hochwissenschaftlich gepr\u00fcft und war zu dem Schluss gekommen, dass es nat\u00fcrlich auch anders herum sein k\u00f6nnte: Gl\u00fccklichsein macht Appetit auf Kuchen, beziehungsweise gl\u00fcckliche Menschen essen mehr Kuchen. Schlie\u00dflich hat er sich gar als ersten Probanden zu Verf\u00fcgung gestellt und wusste nach einem Kongresswochenende zu berichten: &#8222;Christian, ich hab Deine Kuchendi\u00e4t ausprobiert. Sie funktioniert nicht!&#8220; Da hatte Ch. Beyer aber schon eine Antwort parat: Die Dosis macht das Gift und keine wirksame Therapie ist ohne Nebenwirkung!<\/p>\n<p>Nun aber zum eigentlichen Thema. Ch. Beyer bereitet sich gerade auf das upcoming Microadventure vor: &#8222;Franconian Mystics: Auf den Spuren der Mystiker vom Staffelberg zum Walberla.&#8220; Es soll sich um einen 70 Kilometerlauf handeln, bei dem es, die Leser werden erstaunt sein, darum gehen wird, ihn zu gehen. Mit W\u00fcrde, versteht sich.<\/p>\n<p>Um gerade letzterem Aspekt gerecht zu werden, begann Ch. Beyer mit einer klassischen Vorbereitungsmethode, n\u00e4mlich die der Marathoni. Nicht falsch verstehen, es handelt sich nicht um Pasta und Carboloading, sondern um ein Marathon-Vorbereitungsprogramm. Der moderne Marathonl\u00e4ufer frisst n\u00e4mlich Kilometer, erneut im transzendierenen Sinne zu verstehen, um nicht wie der bekannte kriegische Griecher am Ende tot umzufallen. Und damit sich der Marathoni die gefressenen Kilometer nicht wieder hochw\u00fcrgt und herauskotzt, frisst er sie sehr langsam. Er schlurft quasi im Kriechgang dahin. Und\u00a0eben jenes Konzept des langsamen Kilometerfressens hat sich\u00a0Ch. Beyer zu Nutze gemacht, nur eben in Wanderschuhen und nicht in Turnschuhen.<\/p>\n<p>Nun sind 70 Kilometer mehr als 42,195 Kilometer und Ch. Beyer suchte nach Optionen, seine Vorbereitungen zu optimieren. Eine ausgew\u00e4hlte Gruppe an Ultras, so bezeichnen die Marathonis, die nicht genug bekommen, laufen bis zu 100 Kilometer in Biel und manchmal mehr. Ist deren Antwort auf die prolongierten Herausforderungen also das Fressen von noch mehr Kilometern im Training? Ch. Beyer ist nicht \u00fcberzeugt. Ob man jetzt den K\u00f6rper 10 oder 20 Stunden Fettstoffwechseltraining am St\u00fcck machen l\u00e4sst, wird die Metabolik wohl nicht wesentlich verbessern und den Bewegungsapparat erst recht nicht, wobei das bei dem ein oder anderen Ultra wohl auch schon egal scheint. &#8222;Eiern&#8220; oder &#8222;Wackeln&#8220; sind wohl treffender als &#8222;Laufen&#8220;. Anyway, ein anderes Trainingskonzept musste also entdeckt werden.<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich machte ein beliebter Leser, P.L. aus W., Ch. Beyer auf ein spannendes Trainingskonzept aufmerksam: Lung-Gom-Pa aus dem buddhistischen Tibet. Ein wissenschaftlicher Artikel in englischer Sprache beschreibt die Eckdaten dieses Konzeptes wie folgt:<\/p>\n<ul>\n<li>Seclude yourself in a remote cave for three years.<\/li>\n<li>Spend most of your time practicing breathing exercises and chanting Buddhist mantras.<\/li>\n<li>Practice leaping upward from a cross-legged sitting position without using your hands. Repeat ad infinitum.<\/li>\n<li>Return to the world three years later, light as a feather, in a heightened state of consciousness.<\/li>\n<li>Run vast distances. Win races. (Known side effect: By this point in your training, the act of winning will have become meaningless to you).<\/li>\n<li>Quelle: https:\/\/trailrunnermag.com\/people\/culture\/the-lung-gom-pa-runners-of-old-tibet.html<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Artikel beschreibt weiter, dass die buddhistischen M\u00f6nche mit dieser Vorbereitung mit Leichtigkeit 200 Kilometer am Tag laufen, Zweihundert! Und das ohne jegliches Kilometerfressen im Training. Das brachte Ch. Beyer nat\u00fcrlich auf den Geschmack und er sch\u00e4tzt sich mehr als gl\u00fccklich, dass es in der fr\u00e4nkischen Schweiz eine ausreichende Anzahl an komfortablen H\u00f6hlen gibt. Die Atemtechniken und die Buddhistischen Mantras d\u00fcrften auch keine wirkliche Herausforderung darstellen. Lediglich der Schneidersitz macht Ch. Beyer zu schaffen. Die auf Jahre hin f\u00fcrs Schwimmen, Laufen und Radfahren optimierte Muskulatur beschwert sich ununterbrochen \u00fcber die v\u00f6llig unnat\u00fcrlich K\u00f6rperhaltung. Doch vielleicht l\u00e4sst sich die Methode etwas abwandeln und ein Sessel in die H\u00f6hle stellen.<\/p>\n<p><em>P.S. Das Beitragsbild ist aus dem WWW und stammt von\u00a0Jeremy Collins.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ASICS: &#8222;Anima sana in corpore sano.&#8220; Auf Deutsch: &#8222;Ein gesunder Geist steckt in einem gesundem K\u00f6rper.&#8220;\u00a0Die Allgemeinheit\u00a0versteht darunter, dass ein gesunder Geist nur in einem gesunden K\u00f6rper gedeiht.\u00a0Doch Ch. Beyer wundert sich, ob\u00a0auch das Umgekehrte gilt,\u00a0also ob ein gesunder K\u00f6rper einen gesunden Geist braucht. Nat\u00fcrlich interessiert sich Ch. 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