{"id":526,"date":"2016-12-11T19:31:47","date_gmt":"2016-12-11T17:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/thewayishappinessblog.wordpress.com\/?p=526"},"modified":"2017-10-17T12:45:44","modified_gmt":"2017-10-17T10:45:44","slug":"rheumalogisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=526","title":{"rendered":"RheumaLogisch."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-526' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4526-1024x683.jpg\" title=\"DSC_4526\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4526-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4529-1024x678.jpg\" title=\"DSC_4529\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4529-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4539-1024x678.jpg\" title=\"DSC_4539\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4539-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4554-1024x683.jpg\" title=\"DSC_4554\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4554-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4560-1024x678.jpg\" title=\"DSC_4560\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4560-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4573-1024x678.jpg\" title=\"DSC_4573\" rel=\"polaroid_1438639131\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_4573-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Goethe hat an seinem &#8222;Faust&#8220; \u00fcber Jahrzehnte geschrieben. Mein Blog zum s\u00fcdamerikanischen Wind ist angesetzt und reift. &#8211; Nun gut, der Vergleich hinkt und ist vermessen. Jedoch bekomme ich das Erlebnis &#8222;Wind in S\u00fcdamerika&#8220; noch nicht in die Form, in der es ann\u00e4hernd meine Erfahrungen wiedergeben k\u00f6nnte. Gestern hatte ich wieder so eine bewegende Erfahrung, aber dazu eben ein anderes Mal.<\/p>\n<p>Egal, es gibt gen\u00fcgend anderes Spannendes zu berichten. Vorgestern hat mich n\u00e4mlich die Rheumalogie, das schett&#8217;sche Reich, quasi, eingeholt.<\/p>\n<p>Der Tag begann unspektakul\u00e4r. Nach der langen Etappe des Vortages lie\u00df ich es ruhig angehen. In San Martin de los Andes, 40 Kilometer nach dem Start in Junin de los Andes, fand ich endlich einen argentinischen Bankautomaten, der auf das Einschieben meiner Kreditkarte Geld ausspuckte. Der f\u00fcnfte Anlauf! Von den fast zehn Euro Geb\u00fchren pro Abheben verlier ich nun keine weiteren Worte. Jedenfalls g\u00f6nnte ich mir zur Feier des Tages eine hei\u00dfe Schokolade und einen Apfelstrudel im Restaurant &#8222;Unser Traum&#8220;. Und das muss man den Argentiniern lassen: Schokolade und S\u00fc\u00dfkram sind exzellent! Nur &#8222;Strudel&#8220; aussprechen, das geht nicht.<\/p>\n<p>Danach ging es weiter auf der Siete Lagos Route. Sieben gro\u00dfe Seen auf 100 Kilometern, eingebettet in eine wundersch\u00f6ne Gebirgslandschaft. Drei Tage wollte ich dort verschwenden und mir Zeit bis San Carlos de Bariloche lassen. Am Lago Falkner fand ich einen super Zeltplatz, schon gegen 15 Uhr. Der See er\u00f6ffnete sich mir gen Osten, so dass ich f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag einen Sonnenaufgang am Wasser erwartet. Idylle.<\/p>\n<p>Ins Ungleichgewicht geriet meine Egoromantik gegen 17 Uhr. Reges Treiben an der Einfahrt des kostenfreien Zeltplatzes. Ein Radfahrer, ein Autofahrer, ein gro\u00dfer Stein. Einige Zuschauer. Die werden doch ich!? Doch! Doch, tats\u00e4chlich versuchten die beiden eine gerissene Kette zu reparieren. Aus der Distanz beobachtete ich das Treiben entspannt, bis eine der Zuschauerinnen auf mich zukam. Ja, Kettennieter hatte ich und auch ein Kettenschloss.<\/p>\n<p>Bei Ankunft am Ort des Geschehens wurde mir das ganze Ausma\u00df des Schreckens klar: Kette gerissen, Schaltauge verbogen, Schaltwerk verbogen. Die Kette, an sich eine Gute, eine unkaputtbare Shimano HG 8-Fach, war staubtrocken und hatte wohl \u00fcber Jahre kein \u00d6l gesehen. Die erste Kette, an der ich mir beim Anfassen nicht die Finger schmutzig machte.<\/p>\n<p>Der Autofahrer, der erst den gro\u00dfen Stein zur Reparatur genutzt hatte, war Grobmotoriker. Ich bekam Angst um meinen filigranen Kettennieter aus dem Minitool. Ein Gl\u00fcck, das die vier Freunde des Radfahrers nun auch nacheinander eintrudelten und einer einen gr\u00f6\u00dferen Kettennieter dabei hatte. Aber auch damit war der Hebel wohl zu klein und der Autofahrer setzte am Kettennieter noch die Kombizange an.<\/p>\n<p>Meine Einw\u00e4nde wurden \u00fcberh\u00f6rt. Ich habe noch keine Kette mit Gewalt heile werden sehen, und das Ding wurde St\u00fcck um St\u00fcck k\u00fcrzer. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass die f\u00fcnf Jungs zwischen 27 und 29 Jahre alt waren, allesamt aus Buenos Aires kamen, sich von der Schule kannten und einen Radausflug von Angostura nach San Martin unternahmen: Die 100 Kilometer der Siete Lagos Route in sage und schreibe vier Tagen. Ich dachte mir: &#8222;Da braucht Ihr Euch keine Sorgen um die Kette machen! Da h\u00e4tte ich mir auch gar kein Rad geliehen, schon gar nicht eine Foltermaschine, wie diese!&#8220;<\/p>\n<p>Gerne lasse ich mich nat\u00fcrlich eines Besseren belehren und nie h\u00e4tte ich darauf gewettet, dass der Autofahrer die Kette flicken k\u00f6nne. Mit Kettennieter, Kombizange und einer Portion Gewalt. Die gute Shimano HG-Kette macht eben einiges mit; meine SRAM 10-Fach w\u00e4re wohl in St\u00fccke zerfallen. Schaltauge- und Schaltwerk, beides wohl aus Flexstahl, wurden kurzerhand noch hingebogen. Der Preis f\u00fcr den Erfolg war ertr\u00e4glich: Die Kette war nun so kurz, dass vorne nur noch auf Klein und hinten auf den kleinen vier Ritzeln gefahren werden konnte. Der Radfahrer gab zu bedenken, dass das bergauf ohne die leichten G\u00e4nge wohl problematisch werden k\u00f6nnte. Wo ich mir wiederum dachte: &#8222;Bergauf schieben und bergab rollt es von alleine. W\u00e4re auch ohne Kette gegangen!&#8220; Ein bisschen Schabernack im Kopf.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei: Der Erfolg tat der Stimmung aller gut. Der Autofahrer war auf seine heroische Tat stolz und verfiel ins Reden. Viel verstand ich nicht, besser gesagt nur &#8222;Arthritis&#8220; und &#8222;Methotrexat&#8220;. &#8211; Und schon hatte ich Sprechstunde am Lago Falkner in Argentinien. Und um es kurz zu machen, die Rheumalogen unter den Lesern ahnen es, es war die alte Leier: &#8222;Methotrexat genommen, mal mehr mal weniger, dann Magenbeschwerden, dann nicht mehr genommen, jetzt Di\u00e4tumstellung geplant, die wird es bestimmt richten, und so weiter und so fort.&#8220; Nach der Anamnese ein paar haptologische Anwendungen, ein paar Scherze, eine Aufforderung zum Gang zum Rheumalogen &#8211; das muss hier aus formaljuristischen Gr\u00fcnden stehen &#8211; und alles war gut. In Argentinien, am See!<\/p>\n<p>Der Abend wurde sehr nett. Die Jungs blieben am Zeltplatz. Sie wirkten unbeholfen und nicht so gewieft wie meine chilenischen Angelfreunde. Schlie\u00dflich waren es ja f\u00fcnf Akademiker. Ihr Reisemodus war ein anderer als der meine. Zeltaufbau, Fische fangen und Kochen \u00fcber Feuer nahm ein paar Stunden in Anspruch. Da h\u00e4tte ich wohl meine Hitechausr\u00fcstung f\u00fcnfmal auf- und abgebaut und f\u00fcnf Kilogramm Nudeln gekocht. Ein wenig neidisch war ich ja schon, auch wenn ich genau wusste, dass das nicht mein Reisetempo w\u00e4re.<\/p>\n<p>Eine wichtige Information hatten die Jungs noch f\u00fcr mich. Anstatt in zwei Tagen, entsprechend des Wetterberichtes des Vortages, sollte noch in derselben Nacht Regen aufkommen. Mein Zelt stellte ich daher in die zweite Reihe am See unter einen Baum, und die geplanten zwei Etappen f\u00fcr die beiden folgenden Tage legte ich zusammen. Im Gesamten waren das nur 160 Kilometer und Zelten im Regen an den Seen ist nicht erquickend.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Morgen &#8222;ninkelte&#8220; es dann ordentlich und viel Wind kam auf. Aber what the f*** is ninkeln? &#8211; Schabernack im Kopf bei zuviel Sonne, viel zuviel Sonne in den letzten Wochen. Sowie &#8222;pieseln&#8220; zu &#8222;pinkeln&#8220; wird, wird &#8222;nieseln&#8220; zu&#8230; Goethe dreht sich soeben im Grabe um.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Goethe hat an seinem &#8222;Faust&#8220; \u00fcber Jahrzehnte geschrieben. Mein Blog zum s\u00fcdamerikanischen Wind ist angesetzt und reift. &#8211; Nun gut, der Vergleich hinkt und ist vermessen. Jedoch bekomme ich das Erlebnis &#8222;Wind in S\u00fcdamerika&#8220; noch nicht in die Form, in der es ann\u00e4hernd meine Erfahrungen wiedergeben k\u00f6nnte. 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