{"id":5541,"date":"2020-10-10T20:58:28","date_gmt":"2020-10-10T18:58:28","guid":{"rendered":"https:\/\/radness.de\/?p=5541"},"modified":"2020-10-10T20:58:29","modified_gmt":"2020-10-10T18:58:29","slug":"challenge-conventional-wisdom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=5541","title":{"rendered":"Challenge conventional wisdom."},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Resized_IMG-20201010-WA0000-1024x576.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5543\" srcset=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Resized_IMG-20201010-WA0000-1024x576.jpeg 1024w, https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Resized_IMG-20201010-WA0000-300x169.jpeg 300w, https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Resized_IMG-20201010-WA0000-768x432.jpeg 768w, https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Resized_IMG-20201010-WA0000.jpeg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Neideck-1000-Finisher mit 1,5 m-Corona-Abstand: Chuck, Ramon und Benschamin.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ch. Beyers Lieblingslebensabschnittsgef\u00e4hrtin, aka Frau, ist im Wellness. Das ist gut&#8230;und nat\u00fcrlich auch nicht. Ch. Beyer m\u00f6chte unbedingt die Dialektik in Bezug auf die komplexen Sachverhalte dieses Beitrags waren&#8230; und nat\u00fcrlich den Hausfrieden. Gut ist es auf jeden Fall f\u00fcr Sie, wehrte Leser, denn Ch. Beyer hat extra Zeit f\u00fcr einen Blogbeitrag. <\/p>\n\n\n\n<p>Seit dem DNF-TBC bei der Sweet-16, also dem &#8222;Did not finish &#8211; to be continued&#8220; standen Ch. Beyers Velos in der Ecke. Nicht etwa, weil Ch. Beyer keine Lust mehr auf Velo fahren hatte, sondern weil er endlich wieder mehr Zeit dem Literaturrecherche widmen konnte. Auch ein sehr ausgewogenes Statement, nicht wahr liebe Leser. So bekommen Sie schon eine Vorahnung, dass der Blogbeitrag von heute ein Schonwaschprogramm werden wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedenfalls f\u00fchrt das Recherchieren in der Off-Season stets dazu, dass Ch. Beyers B\u00fccherregal \u00fcberquillt. Die Postboten geben sich die Klinke in die Hand. Beim Lesen des ersten Buches entdeckt Ch. Beyer mehr Ideen f\u00fcr weitere B\u00fccher. Und selbst wenn er all diese bis zur n\u00e4chsten Saison nicht lesen wird, so f\u00fchlt es sich gut an, sie im B\u00fccherregal zu haben. Und wehrte Leser, haben sie den n\u00e4chsten Hinweis entdeckt? F\u00fchlen!  Schonwaschprogramm . <\/p>\n\n\n\n<p>Nun der Quell allen \u00dcbels und aller Wohltat ist ein weiteres Mal Chris McDougall. Sehr aufmerksam, wehrte Leser: Erneut ausgewogene Dialektik seitens Ch. Beyer, auch wenn Ch. Beyer f\u00fcr das Wort &#8222;\u00dcbel&#8220; erst ein geeignetes Antonym finden musste und noch nicht allumfassend zufrieden ist. Jedenfalls fra\u00df sich Ch. Beyer durch die Seiten von McDougalls neuem Buches: &#8222;Natural Born Heroes&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits McDougalls &#8222;Born to run&#8220;, das von den Tarahumara, Caballo blanco und der Natural Running Bewegung handelt, bot Ch. Beyer eine F\u00fclle neuer Ideen, die den B\u00fccherschrank belasteten. Und noch heute l\u00e4sst sich Ch. Beyer vom Born to Run-Coach Eric Orton auf Youtube inspirieren. Mit &#8222;Natural Born Heroes&#8220;, das vom kretischen Widerstand gegen die Nazis w\u00e4hrend des zweiten Weltkrieg handelt, ist es nicht besser. McDougall zieht Schleifchen um Schleifchen und hielt Ch. Beyer damit in seinem Bann, viel erfolgreicher als das Ch. Beyer mit seinen Velo-Weggef\u00e4hrten beim Radeln gelingt. Und w\u00e4hrend Ch. Beyer viele Ideen aufgeschnappt und noch mehr B\u00fccher bestellt hat, so ist vor allem ein Schleifchen besonders spannend. <\/p>\n\n\n\n<p>McDougall selbst stie\u00df auf seiner Recherche zu &#8222;Natural Born Heroes&#8220; auf Phil Maffetone, dem vision\u00e4ren Coach gro\u00dfer Ausdauerathleten und Musiker. Und weil McDougalls Schleifchen nicht den direkten Weg nach Hause finden, beschreibt er die spannende Geschichte, wie er Phil Maffetone letztendlich \u00fcber den Pack-Burro Racer Hal Walter kennen lernte. What the heck ist Pack-Burro-Racing, fragen Sie sich vielleicht liebe Leser&#8230; Gucken Sie es nach: <a href=\"http:\/\/letmegooglethat.com\/?q=pack+burro+racing\">http:\/\/letmegooglethat.com\/?q=pack+burro+racing <\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu Phil Maffetone, den McDougall nach langer Suche auftreiben konnte. Maffetone coachte Mark Allen, Mike Pigg und Stu Middleman, ebenso wie James Taylor, Johnny Cash und die Red Hot Chili Peppers. Und wie Sie, wehrte Freunde des Ausdauersports gewiss wissen, anscheinend sehr erfolgreich. Und nat\u00fcrlich k\u00f6nnten Sie sich nun fragen, was das Training von Maffetone auszeichnet&#8230; Schlagen Sie es nach!<\/p>\n\n\n\n<p>Aber nein: In diesem Blogbeitrag soll es tats\u00e4chlich um Maffetones Trainingsmethoden gehen. Nur f\u00e4llt es Ch. Beyer schwer dar\u00fcber zu berichten, denn diese Trainingsmethoden untergraben den guten, harten Charakter von radness.de.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, also doch, zumindest in kleinen H\u00e4ppchen, Weichsp\u00fcler: Maffetones Hauptziel ist es, gesunde Athleten zu entwickeln. Erst an zweiter Stelle folgt Fitness. Das Schlagwort hei\u00dft &#8222;Longevity&#8220;, was zum Beispiel auch bei Coach Eric Orton zu finden ist. Und der Schl\u00fcssel zu gesunden Sportlern liegt laut Maffetone in der Reduktion von Stress. <\/p>\n\n\n\n<p>Stress, den die Arbeit mit sich bringt, l\u00e4sst sich nur schwer reduzieren. Au\u00dfer der Athlet k\u00fcndigt. Stress, den die Familie mit sich bringt, l\u00e4sst sich ebenfalls nur schwer reduzieren. Au\u00dfer der Athlet l\u00e4sst sich scheiden. Wenn der Athlet aber weder Kr\u00f6sus noch Casanova hei\u00dft, f\u00fchren K\u00fcndigung und Scheidung doch auch wieder zu Stress. Ist man nur einmal darin gefangen, wehrte Leser!<\/p>\n\n\n\n<p>Um also Stress zu reduzieren, muss der Sportler sein Training anpassen. Und das gelingt \u00fcber Reduktion von Umfang und Intensit\u00e4t. Bei fast all seinen Sportlern, insbesondere den Berufst\u00e4tigen und nicht nur den Berufsportlern, reduzierte Maffetone tats\u00e4chlich den Umfang. Und die Athleten wurden ges\u00fcnder und fitter. Und zur Intensit\u00e4tsreduktion verschreibt Maffetone pulsgesteuertes Training mit einer zugebenerma\u00dfen groben Formel, die es jedoch in sich haben soll: 180 &#8211; Lebensalter ist der Maximalpuls f\u00fcr aerobes Training. <\/p>\n\n\n\n<p>Alle Leistungsdiagnostiker werden nun aufschreien: &#8222;Bullshit, ohne Leistungsdiagnostik lassen sich die Trainingszonen gar nicht bestimmen!&#8220; Hier w\u00fcrde Maffetone entgegnen, dass die Leistungsdiagnostik tats\u00e4chlich eine genauere Bestimmung zulie\u00dfe, aber sich diese Zonen auch im Verlauf des Trainingsjahres immer wieder ein wenig \u00e4ndern, so dass es wiederholte Leistungsdiagnostik ben\u00f6tigt. Hier w\u00fcrden nat\u00fcrlich alle Leistungsdiagnostik erneut aufschreien: &#8222;Great, let&#8217;s do it!&#8220; Doch Maffetone meint, seine Formel kommt f\u00fcr den Otto-Normal-Verbraucher ganz gut hin, was ihm eine Menge Geld spart. <\/p>\n\n\n\n<p>Das aerobe Training trainiert der Sportler anhand der Maffetone-Formel schlie\u00dflich Jahr aus, Jahr ein. Abweichungen treten nur zu den Wettkampfzeiten ein, wo anaerobes Training stattfindet. Doch f\u00fcr alle Vielstarter: Maffetone spricht sich f\u00fcr wenige, ausgew\u00e4hlte Wettbewerbe im Jahr aus. Maffetones aerobes Training hilft schlie\u00dflich, Stress zu reduzieren und Verletzungen zu vermeiden. Nicht jedes Training soll zum Wettkampf werden und &#8211; tats\u00e4chlich &#8211; der Sportler darf sich nach dem Training gut f\u00fchlen. Jawohl, und dieses Schonwaschprogramm ist nun auf radness.de publiziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn Maffetone damit gegen den Strom schwimmt und sich gegen High Intensity und Sweetspot Training stellt, ist er nicht allein auf weiter Flur. Bereits der sagenumwobene Lauftrainer Arthur Lydiard verschrieb seinen neuseel\u00e4ndischen Leichtathleten vor allem eines: Aerobes Ausdauertraining. Professor Stephen Seiler, der Polarized Training propagiert, erz\u00e4hlt ebenfalls Geschichten von den norwegischen Langlaufstars, die beim Ausdauertraining den Berg hinauf gehen, nicht laufen. Im Gegensatz dazu richtet der nun wegen Dopingvorw\u00fcrfen geschasste Leichtathletiktrainer Alberto Salazar aus dem Nike Oregon Project sich selbst zu fr\u00fcheren Zeiten und sp\u00e4ter seine Athleten mit immensem anaeroben Training zu Grunde.<\/p>\n\n\n\n<p>Und tats\u00e4chlich, wenn Ch. Beyer an seine erfolgreichen und verletzungsfreien Wettbewerbsjahre zur\u00fcck denkt, dann damals Umfang und Intensit\u00e4t wohl dosiert. Bei einem einj\u00e4hrigen Triathlon-Comback 2015 trainiert Ch. Beyer die H\u00e4lfte dessen, was er zu Studiumszeiten zusammenwurschtelte, und war damit schneller. Und im Bikepacking-Sommerm\u00e4rchen 2018 startete er mit stundenlangen Wanderungen und Radausfahrten niedrigster Intensit\u00e4t. Erst sp\u00e4ter in der Saison fuhr er auch nur einmal pro Woche hart. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade das Wandern ist auch ein Trainingskniff Maffetones. Anstatt seine Ultral\u00e4ufer vier oder f\u00fcnf oder mehr Stunden laufen zu lassen, l\u00e4sst er sie zum Beispiel eine Stunde gehen\/wandern, zwei Stunden laufen, dann nochmals eine Stunde gehen\/wandern. Au\u00dferdem spricht sich Maffetone f\u00fcr Fartlek und Bergabl\u00e4ufe aus, wo der Athlet nach eigenem Gef\u00fchl das Tempo steuert und Motorik f\u00fcr schnelles Laufen schult. Beide Elemente zeichneten Ch. Beyers Triathlontraining 2015 ebenfalls aus. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Endeffekt wehrt sich Maffetone gegen die &#8222;No pain, no gain&#8220;-Mentalit\u00e4t, die nicht nur ein sportliches, sondern ein gesellschaftliches Laster sei. Nat\u00fcrlich, liebe Leser, Sie haben ja Recht: Das ist auch ein Laster Ch. Beyers. Doch lassen Sie ihn erst einmal zu Ende schreiben. Er hatte ja angek\u00fcndigt, dass es sich um ein Schonwaschprogramm handeln wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Nach Maffetone f\u00fchren &#8222;chronic pain&#8220;, aka hoher Trainingsstress, zu dauerhaft erh\u00f6hter Cortisolaussch\u00fcttung, die mittel- und langfristig das Risiko f\u00fcr Burnouts und \u00dcbertraining erh\u00f6ht. Au\u00dferdem beg\u00fcnstigt die Cortisolaussch\u00fcttung eine Insulinresistenz in den Athleten, was unter anderem Adipositas und metabolisches Syndrom beg\u00fcnstigen. N\u00e4chtliche Fressorgien der Sportler sind Ausdruck des Problems. <\/p>\n\n\n\n<p>Starker Tobak, nicht wahr wehrte Leser. Nun, Sie k\u00f6nnen gerne aufh\u00f6ren zu lesen oder sich noch mehr die Haare raufen. Es liegt in ihrer Hand beziehungsweise ihrem Kopf. Doch wie es Coach Peter aus Wolfenb\u00fcttel gerne ausdr\u00fcckt: Der freie Wille ist eine Illusion!<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Reduktion von Stress und erfolgreichem aeroben Training geh\u00f6rt nach Maffetone auch, die Ern\u00e4hrung umzustellen: Low on carbs! Kein Weizen, keine Kartoffeln (armer Kleyer!), keine raffinierten Zucker. Gerade die raffinierten Zucker sind raffiniert darin, den Esser zu binden. Zucker ist eine Droge!<\/p>\n\n\n\n<p>Und hier hat Maffetone Ch. Beyer ein weiteres Mal an einem wunden Punkt getroffen. In einem seiner letzten Beitr\u00e4ge schrieb Ch. Beyer noch \u00fcber den unb\u00e4ndigen Konsum der Hafervoll-Riegel beim Sweet-16. Zwei oder drei Packungen pro Tag, mindestens! Und Ch. Beyer \u00e4rgerte sich, dass er st\u00e4ndig ein Brikett nachlegen musste, um den Hungerast zu vermeiden. Von seinen Langstreckenidolen Kristof Alegaert, James Hayden und Rolf-Super-Janka wei\u00df er aber, dass man gar nicht soviel essen muss. Aber anscheinend nur, wenn der Fettstoffwechsel gut funktioniert. <\/p>\n\n\n\n<p>Maffetone glaubt, dass Zucker und billige Kohlenhydrate den Insulinspiegel in die H\u00f6he treiben, was wiederum die Lipolyse, also die Fettverbrennung hemmt. Das ganze Cola, die Hafervolls und die B\u00e4ckereiwaren hemmen also die Fettverbrennung beim Radeln und Rennen. Sie sind dann auch ganz schnell verbrannt, was Hunger induziert. Und Hunger ist Stress!<\/p>\n\n\n\n<p>Klar, ohne Kohlenhydrate und Zucker wird es in l\u00e4ngeren Wettbewerben kaum gehen, sei es der Ultramarathon oder das Bikepacking-Rennen. Aber zu Trainingszeiten k\u00f6nnen die Sportler mittels low carb und aeroben Training den Fettstoffwechsel trainieren.. <\/p>\n\n\n\n<p>Und jetzt geht die Geschichte erst richtig los! Oh je, Ch. Beyer juckt es in den Fingern. Gerne m\u00f6chte er \u00fcber Zucker, Black Tar, dunkle M\u00e4chte in der Wissenschaft, Tim Noakes und Nina Teichholz schreiben. Doch das lieber zu einem anderen Mal. Werte Leser, verdauen Sie zun\u00e4chst einmal den bisherigen Stoff. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>P.S. Benschamin Keller, Ramon Speedy Gonzalez Binner und Ch. Beyer nahmen heute bei Neideck-1000 Gebirgslauf teil. Trailrun-Newbies am Start! Und es gab nur Gutes zu berichten: Das Wetter hielt, ebenso Kellers Achillessehne. Gro\u00dffamilienvater Binner ist einmal mehr \u00fcber die Strecke geflizzt. Und Ch. Beyer freute sich dar\u00fcber, dass sechs Wochen Maffetone schon Erfolge zeigte: Er musste weder Trinken noch Essen. Keine Carbs, nur Glykogen und K\u00f6rperfett, auch wenn es am Ende hin knapp wurde. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ch. Beyers Lieblingslebensabschnittsgef\u00e4hrtin, aka Frau, ist im Wellness. Das ist gut&#8230;und nat\u00fcrlich auch nicht. Ch. Beyer m\u00f6chte unbedingt die Dialektik in Bezug auf die komplexen Sachverhalte dieses Beitrags waren&#8230; und nat\u00fcrlich den Hausfrieden. Gut ist es auf jeden Fall f\u00fcr Sie, wehrte Leser, denn Ch. Beyer hat extra Zeit f\u00fcr einen Blogbeitrag. 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