{"id":614,"date":"2016-12-18T03:16:21","date_gmt":"2016-12-18T01:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/thewayishappinessblog.wordpress.com\/?p=614"},"modified":"2017-10-17T12:25:46","modified_gmt":"2017-10-17T10:25:46","slug":"fuechungen-nach-e-p-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=614","title":{"rendered":"F\u00fcchungen nach E.P., Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Wochenendbeitrag. Das Lesen empfiehlt sich bei hinreichend Zeit und Muse und einer Tasse Kaffee.<\/em><\/p>\n<div class='polaroid-gallery galleryid-614' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5110-1024x678.jpg\" title=\"DSC_5110\" rel=\"polaroid_1985000471\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5110-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5116-1024x683.jpg\" title=\"DSC_5116\" rel=\"polaroid_1985000471\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5116-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5133-1024x683.jpg\" title=\"DSC_5133\" rel=\"polaroid_1985000471\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5133-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>F\u00fcchungen, wobei man eher von V\u00fchchungen sprechen sollte, um dem fr\u00e4nkischen Dialekt vollends gerecht zu werden, ist ein objektiver Begriff. Er f\u00fccht sich hier hervorragend ein. Hinter F\u00fcchungen k\u00f6nnte sich Verschiedenes verbergen: Zufall, Schicksal, eine ordnende Kraft, die Mancheiner gar &#8222;Gott&#8220; nennen k\u00f6nnte. Man k\u00f6nnte sich vortrefflich streiten. Doch das geh\u00f6rt an den Stammtisch. Oder in die Politik. Nicht, dass ich mich nicht auch gerne damit auseinandersetze, aber hier ist es fehl am Platz.<\/p>\n<p>Lange hatte ich \u00fcberlegt, ob ich diesem Beitrag \u00fcber die vergangenen drei Tage einen anderen, einen neuen Titel gebe. In der engeren Auswahl standen: &#8222;Geschlossen. Geschlossen. Offen.&#8220; und &#8222;Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.&#8220; Ersteres hatte ich verworfen, weil es gelegentlich h\u00e4tte &#8222;Ausgebucht. Ausgebucht. Frei.&#8220; hei\u00dfen m\u00fcssen. Letzteres hatte ich ad Acta gelegt, da ich am dritten Tage bereits fest glaubte, mir sicher war, dass es gehen w\u00fcrde und das Lichtlein zu finden sei. Wobei ich hiermit schon wieder in die einf\u00fchrenden Betrachtungen abdrifte. Wie dem auch sei, Folgendes hat sich ereignet:<\/p>\n<p><em>Tag 1:<\/em> Am unspektakul\u00e4rsten, f\u00fcchungstechnisch betrachtet, am spektakul\u00e4rsten, touristisch betrachtet. Ich nahm am Cruce de Lagos oder Lake crossing Teil, von Bariloche nach Petrohue. Die Bef\u00f6rderung erfolgte mit drei F\u00e4hren \u00fcber den Lago Huapi, den Lago Frias und den Lago de los Santos. Dazwischen ein wenig Radeln. Stolze 98 USD f\u00fcr Radfahrer. Denjenigen, die die Landpassagen mit Bussen absolvierten, was der gro\u00dfen Mehrheit entsprach, wurden 280 USD abgekn\u00fcpft. An dieser Stelle muss den Betreibern jedoch zu Gute gehalten werden, dass die argentinischen Grenzer bis ans Ende des Lago Frias mit den F\u00e4hren gekarrt wurden, quasi als Gep\u00e4ck, um dort die Touristen abzufertigen und dann wieder mit den F\u00e4hren nach Bariloche zur\u00fcckzukehren. Das Grenzh\u00e4uschen war nur eine halbe Stunde besetzt und stand sonst leer.<\/p>\n<p>Das Cruce de Lagos hat sich gelohnt: Spektakul\u00e4re Ausblicke von den Booten und bei den Landg\u00e4ngen mit dem Rad (einmal f\u00fcnf und einmal rund 20 Kilometer). Mit den Busfahrenden, eingepfercht zwischen vielen anderen Touristen, abh\u00e4ngig von den vorgegebenen Stopps f\u00fcr die Fotos, h\u00e4tte ich nicht tauschen wollen. Von daher mein Tipp f\u00fcr alle Nichtradler: Der chilenische Lago de los Santos mit Blick auf zwei Vulkane und Landgang in Puella war in meinen Augen mit Abstand der sch\u00f6nste Teil. Diese Fahrt gibt es auch einzeln und g\u00fcnstiger.<\/p>\n<p><em>An dieser Stelle muss der Autor ein F\u00fcchungs-Intermezzo einf\u00fcchen. Der vorangehende Abschnitt und der folgende Teil entstanden mit zeitlichem Abstand. Eine Hunger- und Schwitzattacke mit Aktivierung des sympathischen Nervensystems: &#8222;F u t t e r \u00a0 s u c h e n!&#8220; veranlasste den Autor akut das n\u00e4chste Almacen aufzusuchen, um Brot und Empanadas f\u00fcr ein vorgezogenes, erstes Abendessen zu kaufen. Dabei hat der Autor aus Versehen den Schl\u00fcssel seiner Wohnungst\u00fcr abgebrochen. Eine kleine Kombizange, die der Autor im November in La Serena als Ersatz f\u00fcr einen Griff am Trangiakochtopf gekauft hatte und die er nach Erwerb eines Ersatzgriffes in Temuco im Dezember bereits au\u00dfer Dienst gestellt hatte und hatte abgeben wollen, war die Rettung, um den verbleibenden Stift des Schl\u00fcssels aus dem Schloss zu ziehen, so dass der Ersatzschl\u00fcssel der Vermieterin zum Einsatz kommen konnte.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>Die F\u00fcchung an Tag 1 war, wie bereits geschrieben, eher unspektakul\u00e4r und doch nett. Ich freute mich bei Ankunft in Petrohue um 18:30 Uhr auf einen der beiden ausgeschilderten Campingpl\u00e4tze. Kurz rollen, Zelt aufbauen, Kochen, Essen, Schlafen. Doch es kam anders. Das eine Camping geh\u00f6rte einem Marktschreier und das andere war unter Renovierungsarbeiten, wobei noch werkelnde Arbeiter wildcampen unm\u00f6glich machten. Also weiter, 16 Kilometer bis zum n\u00e4chsten Ort namens Ensenada. Und jetzt\u00a0f\u00fcchte sich alles sehr g\u00fcnstig: absch\u00fcssige Strecke, R\u00fcckenwind, ein unscheinbares Camping, worauf die Stra\u00dfe direkt zuhielt, nette Besitzer, g\u00fcnstig, WIFI und Bastian, ein seit 10 Jahren in Amsterdam lebender Deutscher, der seine Reise mit dem Motorrad am selbigen Tag gestartet hatte und eine Dose Bier f\u00fcr mich griffbereit hielt. War das ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl!<\/p>\n<p><em>Tag 2. <\/em>Ausgezeichnetes\u00a0Wetter, malerische Landschaften, gute Versorgungs- und Unterkunftsm\u00f6glichkeiten lie\u00dfen einen entspannten Tag erwarten. Radeln, solange es Spa\u00df macht und ein klein wenig weiter. Um 17 Uhr nach rund 165 Kilometern am Lago Ranco im gleichnamigen Ort kaufte ich f\u00fcr das Abendessen ein und wollte mein Gef\u00e4hrt am nahegelegenen Campingplatz abstellen. Doch dieser hatte geschlossen. Das Navi verriet, dass es noch 20 Kilometer zum n\u00e4chsten Camping in dem kleinen Ort Pinanahue waren. Also los! F\u00fcnf Kilometer weiter h\u00f6rte ich ein mir nicht ganz unbekanntes, kurzes metallisches Ger\u00e4usch auf einer Bergabfahrt. F\u00fcr einen pr\u00fcfenden Blick am Rad hielt ich kurz an. Genauer hinsehen traute ich mich nicht. Ich ahnte \u00dcbles. Lieber radelt ich nochmals gut 300 Meter\u00a0zur\u00fcck um eine m\u00f6gliche Ursache, zum Beispiel eine Blechb\u00fcchse, auf der Stra\u00dfe zu finden. Da war nichts. Also doch: Der Griff ans Hinterrad verriet, dass eine Speiche auf Antriebsseite gerissen war. Nun spielte ich diverse Notfallszenarien durch: Der n\u00e4chste Ort mit Radladen lag gut 100 Kilometer entfernt. Das Rad lief noch ganz gut, dank 36 Speichen und Scheibenbremsen. Doch wollte ich die zus\u00e4tzliche Last auf die anderen Speichen minimieren und nur m\u00f6glichst kurz mit einer gerissenen Speiche fahren. Ersatzspeichen und einen Ritzelabzieher (Antriebsseite) hatte ich dabei, jedoch weder gro\u00dfen Schraubschl\u00fcssel noch Kettenpeitsche. Meine Hoffnung bestand darin, am Camping weitere Unterst\u00fctzung zu bekommen.<\/p>\n<p>Die verbleibenden 15 Kilometer waren h\u00fcgelig. Wenn es steil wurde, schob ich bergauf, um die Last am Hinterrad zu minimieren. Das beschleunigte meine Ankunft nat\u00fcrlich nicht. Zwei franz\u00f6sische Radfahrer mit gro\u00dfen Rucks\u00e4cken, Mountainbikes und Musik im Gep\u00e4ck konnten nicht weiterhelfen. Endlich kam ich in Pinanahue an. Nur ein Camping fand ich nicht. Lediglich einen Strand nach einer 400 Meter langen 15 Prozent steilen Abfahrt. Zweimal hinunter und hinauf, vom Strand zur Hauptsstra\u00dfe, schob ich das Fahrrad ohne eine Camping zu finden. Ein Musik-h\u00f6render Bengel war wenig interessiert, mir eine vern\u00fcnftige Auskunft zu geben. Erst an einer Kirche verriet mir ein \u00e4lterer Herr die Zufahrt zum Camping, die ich bis dato bereits viermal passiert hatte ohne diese als Zufahrt zum Camping zu erkennen.<\/p>\n<p>Da war kein Schild. Da war wohl kein richtiges Camping. Doch die anf\u00e4nglich recht skeptische Familie, vor allem die Mutter, die ich zugleich als &#8222;Jeffe&#8220; identifizierte, lie\u00df mich mein Zelt aufbauen. Sie hatten an sich zwei Cabanas (Holzh\u00fctten) zum \u00dcbernachten. In den Cabanas konnte ich warm und entspannt duschen, jedoch erst, nachdem ich mein Rad repariert hatte. Sonst w\u00e4re ich alles andere als entspannt gewesen. Und hier kommt die zweite F\u00fcchung ins Spiel: Der Sohnemann der Vermieter war ein Motorradschrauber und hatte einen gro\u00dfen Schraubschl\u00fcssel f\u00fcr den Ritzelabzieher. Die Kettenpeitsche konnte ich mit Hand und Handtuch ersetzen. Der physikalisch kleinere Hebel dieser Methode war dadurch wett gemacht, dass ich diesen Zahnkranz initial nicht selbst festgemacht hatte. Kranz ab, Scheibe ab, Reifen, Schlauch und Felgenband ab, neue Speiche rein und das Ganze zur\u00fcck. Es lief wunderbar geschmeidig und noch im Hellen hatte ich wieder ein intaktes Rad. Gut, dass ich das vor Zeiten im Radladen RADAU gelernt hatte. War das ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl!<\/p>\n<p>Eine Fehlersuche f\u00fchrte ich nat\u00fcrlich auch durch. M\u00f6gliche Ursachen waren: Der Ripio vom selbigen Tag, circa 60 Kilometer; ein Stein, wo ich bl\u00f6d aufkam; Materialschw\u00e4che der Speiche; die vielen H\u00f6henmeter der letzten Wochen gepaart mit Wiegetritt und dicken G\u00e4ngen. Genau ermitteln lie\u00df sich der Fehler nicht. Dennoch habe ich mir Pedalieren mit Frequenz im Stile eines Lance Armstrongs und langsameres Tempo und mehr Vorsicht auf Ripio verordnet. Es stehen davon ja noch fast 1000 Kilometer an.<\/p>\n<p><em>Tag 3<\/em>: Das war genug Abenteuer, dachte ich mir, und vor einem weiteren Highlight haben mich eine Schranke und ein paar Stra\u00dfenarbeiter bewahrt. Eine spannende Abk\u00fcrzung von Llifen, welches circa 20 Kilometer hinter Pinanahue liegt, nach Panguipuilli h\u00e4tte mich sehr interessiert. Auf der Karte war ein Balken mit &#8222;aceso\u00a0limitado&#8220;\u00a0als Erl\u00e4uterung eingetragen, ohne weitere Erkl\u00e4rung. Vielleicht war die Zufahrt saisonabh\u00e4ngig oder nur f\u00fcr Autos gesperrt, malte ich mir sch\u00f6n. Am Navi war das Str\u00e4\u00dfchen nicht eingezeichnet, so dass ich den Abzweig, der sich in einem Baustellenbereich in einem verlassenen Tal befand, erstmals verpasste. Zur\u00fcckgeradelt entdeckte ich ihn, mit der Schranke versehen. Mit dem Rad w\u00e4re ich da gut vorbeigekommen. Doch die Stra\u00dfenarbeiter, die an der Baustelle ihr Werk verrichteten, gaben mir zu verstehen, dass ich da nicht entlang d\u00fcrfe. Mein begrenztes Spanisch lie\u00df mich die Begr\u00fcndung leider nicht verstehen.<\/p>\n<p>Meine Planung warf ich folglich \u00fcber den Haufen, da mir die Alternativroute langweilig erschien. Ich bog gleich nach S\u00fcden ab, um schlussendlich schneller nach Puerto Montt zu kommen und um einen Ruhetag zu generieren. Meine Abenteuerlust war in den beiden vorausgehenden Tagen befriedigt worden. Eine sportliche Herausforderung w\u00e4re noch sch\u00f6n gewesen, da es in den beiden kommenden Wochen aufgrund von Wetter- und Stra\u00dfenbedingungen sowie den Feiertagen gem\u00fctlicher werden w\u00fcrde. Ich berechnete, dass es von Llifen bis Rio Bueno noch 90 Kilometer und bis Osorno 120 Kilometer w\u00e4ren. Bei 80 Kilometern auf dem Tacho klang das nach einer vern\u00fcnftigen Herausforderung. Zudem w\u00e4re es bestimmt einfach in Osorno, einer gr\u00f6\u00dferen Stadt ohne direktes touristisches Highlight, unterzukommen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich lief es auf dem Rad sehr gut. Gegen 18 Uhr traf ich in Osorno ein. Einen Campingplatz konnte ich von der Autobahn, ein St\u00fcckchen Ruta 5 war unumg\u00e4nglich, ersp\u00e4hen. Ich fuhr f\u00fcr das Abendessen gem\u00fctlich den n\u00e4chsten Almacen an und dann das Camping. Hier folgte eine Entt\u00e4uschung. Es w\u00e4re wohl kein Camping wegen einer \u00f6ffentlichen Veranstaltung m\u00f6glich. Ich h\u00e4tte es jedoch im nahegelegenen Stadtpark versuchen k\u00f6nnen. Dort war Camping verboten. Danach begann ich eben nach Hostales oder Cabanas zu suchen. Auch hier zwei erfolglose Versuche, da beide ausgebucht waren. Ein anderes war aufgegeben. Ich steuerte das n\u00e4chste Hotel an. Ebenfalls ausgebucht, sowie das N\u00e4chste. Dort bekam ich einen weiteren Tipp, aber das Hotel am Casino war mir zu teuer. Es war schon nach 20 Uhr und die Sonne stand tief, als ich stadtausw\u00e4rts ein Hotel ausmachte. Dieses oder schnell raus und irgendwo in die B\u00fcsche! Ich dachte wieder an die von B.Z. aus F. beschriebene Dusche mit der Radflasche.<\/p>\n<p>An dem sch\u00f6nen Hotel angekommen wurde ich sehr herzlich empfangen. Ganz anders als in der Stadt. Das Schild &#8222;Caf\u00e9 und Kuchen&#8220;, wohl sonntags, am Eingang, hatten Hoffnungen geweckt, auch wenn die Begriffe hier h\u00e4ufiger zu finden und nicht unbedingt ein Indiz f\u00fcr deutschsprachige Bedienung sind. Doch tats\u00e4chlich sprachen Rosemarie, die Chefin, und ihre Mitarbeiterin gleich Deutsch mit mir. Ein Glas Wasser hatte ich auch schon in der Hand. Ich muss wohl bemitleidenswert ausgesehen haben, zumal aus den 204 Kilometern bei Ankunft am ersten Camping in Osorno bereits 212 Kilometer geworden sind und aus 18 Uhr 20 Uhr geworden ist. Ich fragte nach einem Zimmer oder einen Pl\u00e4tzchen f\u00fcr mein Zelt, da ich ahnte, dass der Aufenthalt in diesem sch\u00f6nen Boutique-Hotel mehr kosten w\u00fcrde als mein Budget erlaubte. Und dem war so.<\/p>\n<p>Rosemarie hatte nicht nur Mitleid, sondern Verst\u00e4ndnis. Sie war die dritte F\u00fcchung. Sie ist in ihrem Leben bereits weit gereist und war auch mehrere Male in Deutschland. Als sie 21 Jahre war, wollte sie w\u00e4hrend eines Europaufenthaltes den Polarkreis \u00fcberqueren. Es fuhren weder Bus, noch Zug, noch Schiff. Der Neffe von Freunden von Freunden, ein LKW-Fahrer, der gen Norden musste, nahm sie damals mit und erf\u00fcllte ihr diesen Traum. Nun bewahrte sie mich vor einem Albtraum, oder zumindest vor der Dusche mit der einen Radflasche. Gegen einen minimalen Unkostenbeitrag bekam ich einen Zeltplatz, eine warme Dusche, das bislang beste Fr\u00fchst\u00fcck in Chile und ein sehr bereicherndes Gespr\u00e4ch \u00fcber das Reisen in Chile und anderswo.*** War das ein sch\u00f6nes Gef\u00fchl!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lang ist der Blogeintrag\u00a0heute geworden und doch kann er nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was mir durch den Kopf geht. Zwei Erfahrungen fand ich besonders wichtig, weswegen ich sie hier nochmals extrahiere:<\/p>\n<p>1. Sich sicher sein, dass es auch ohne festen Plan eine L\u00f6sung geben wird, auch nach einem anstrengenden Tag, der sich gen Ende neigt, ist &#8212; cool!<\/p>\n<p>2. Auch wenn ich noch so gut vorbereitet bin &#8211; und das bin ich wirklich! Diese Reise l\u00e4uft nur mit der Unterst\u00fctzung vieler, hier und zu Hause. Ganz herzlichen Dank an Euch!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>*** Das mit dem Zelten war f\u00fcr Rosemarie wohl nicht ganz legal. Deswegen ver\u00f6ffentliche ich hier keine Namen, Adressen oder Bilder. Das n\u00e4chste Mal in Osorno, und das steht fest, werde ich als richtiger Gast einchecken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Wochenendbeitrag. Das Lesen empfiehlt sich bei hinreichend Zeit und Muse und einer Tasse Kaffee. F\u00fcchungen, wobei man eher von V\u00fchchungen sprechen sollte, um dem fr\u00e4nkischen Dialekt vollends gerecht zu werden, ist ein objektiver Begriff. Er f\u00fccht sich hier hervorragend ein. 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