{"id":699,"date":"2016-12-19T22:16:16","date_gmt":"2016-12-19T20:16:16","guid":{"rendered":"https:\/\/thewayishappinessblog.wordpress.com\/?p=699"},"modified":"2017-10-17T12:22:47","modified_gmt":"2017-10-17T10:22:47","slug":"anabole-tage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radness.de\/?p=699","title":{"rendered":"Anabole Tage."},"content":{"rendered":"<div class='polaroid-gallery galleryid-699' style='width:510px;'>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5250-1024x678.jpg\" title=\"DSC_5250\" rel=\"polaroid_1729381974\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5250-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5308-1024x678.jpg\" title=\"DSC_5308\" rel=\"polaroid_1729381974\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5308-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5323-1024x678.jpg\" title=\"DSC_5323\" rel=\"polaroid_1729381974\" class=\"polaroid-gallery-item showcaption\"><span class=\"polaroid-gallery-image\" title=\"\" style=\"background-image: url(https:\/\/radness.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/DSC_5323-150x150.jpg); width: 150px; height: 150px;\"><\/span><\/a>\n\t\t\t<br style=\"clear: both;\" \/><\/div>\n\n<p>Der Radfahrer musste innerhalb der vergangenen eineinhalb Stunden hier vorbeigekommen sein. Reifenspuren waren auf Asphalt nicht zu erkennen. Jedenfalls war die Bananenschale noch frisch, sch\u00f6n gelb mit einem Hauch an Gr\u00fcn. H\u00f6chstens 90 Minuten. Eine l\u00e4ngere Latenz h\u00e4tte bei den warmen \u00e4u\u00dferen Witterungsverh\u00e4ltnissen die Schale schon br\u00e4unlich verf\u00e4rbt. Doch wie konnte das sein? Fr\u00fch bin ich aufgebrochen in Puerto Montt. Schnell war ich zwar nicht, aber getr\u00f6delt habe ich nun auch nicht. \u00dcberholt hat mich niemand. Also gut, ich musste der F\u00e4hrte nachfahren!<\/p>\n<p>Bevor es im Text weitergeht, muss der Autor den Titel ins rechte Licht r\u00fccken. Mit &#8222;Lance Armstrong-Technik&#8220; adaptieren, im letzten Blog, nahm der Autor ausschlie\u00dflich auf die Kadenz Bezug &#8211; eine kleine Hommage an den Tony bei Eurosport! &#8211; um Material schonend zu behandeln. Extraphysiologische, pharmazeutische Ma\u00dfnahmen waren und sind ausgeschlossen. Pickel und Impotenz findet der Autor unattraktiv, ebenso eine m\u00f6gliche verbesserte Regeneration durch Anabolikamissbrauch. Der Autor sch\u00e4tzt sehr wohl die Nachwehen der Anstrengungen des Vortages. Sie st\u00fctzen das gute Gef\u00fchl, etwas geleistet zu haben.<\/p>\n<p>Trotz Ruhetages in Puerto Montt, um nun beide Handlungsstr\u00e4nge zusammenzuf\u00fchren, waren die Beine auf dem Weg nach Chilhoe noch Matsch: Gutes Gef\u00fchl in den vergangenen Tagen etwas geleistet zunhaben! Gleichzeitig bestand ausnahmsweise keine Zeitnot. Vier Tage hatte, beziehungsweise habe ich um 270 Kilometer von Puerto Montt nach Quellon zu radeln, wo mich eine F\u00e4hre nach Chaiten auf den Kontinent zur\u00fcckbringen wird. Zweihundertsiebzig Kilometer Asphalt und circa 2000 H\u00f6henmeter. Da blieb ausreichend Zeit, Hostales aufzusuchen, dort die Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffets wahrzunehmen und auf dem Weg noch Brotzeitpausen einzulegen: Anabolismus pur, das hei\u00dft, die positive Energiebilanz steht!<\/p>\n<p>Au\u00dferdem blieb Zeit, sich mit Bananenschalen auf dem Weg auseinanderzusetzen. Und ich sollte am Ende des Tages gar richtig liegen! Als ich nach 90 Kilometern mein Rad an dem sch\u00f6nen Hostales Nuevo Mundo in Ancud abstellte, kam mir Olivier mit roten Ortliebtaschen aus Frankreich entgegen. Also nicht direkt aus Frankreich, was dem Leser vom Fach klar sein sollte. Er war an diesem Tage in Pargua gestartet, wo F\u00e4hre vom Festland nach Chiloe ablegt, 50 Kilometer nach Puerto Montt. \u00d6rtlich war er also vor mir gestartet und erst am Tagesziel hatte ich ihn eingeholt. Unterwegs hat er eine Banane vertilgt, kurz bevor ich dort vorbeikam.<\/p>\n<p>Leider war Ancud nicht Olivier&#8217;s Tagesziel, sondern er fuhr ein wenig weiter. Zum Gl\u00fcck traf ich am Hostales auf Verena aus der Schweiz und einen jungen Niederl\u00e4nder. Gerade mit Verena entwickelte sich eine spannende Unterhaltung. Sie hatte als Alleinreisende mit \u00e4hnlichen Herausforderungen zu k\u00e4mpfen. Vor allem die &#8222;Tote Hose&#8220;-Phase mit null Touristen, die noch an etlichen Ferienorten Chiles vorherrschte, machte uns zu schaffen. Viele Sehensw\u00fcrdigkeiten waren wohl zudem geschlossen. Da hatte ich es leichter, da das Radfahren zumindest gro\u00dfe Teile des Tages f\u00fcllen kann und meist nur minder Bestrebungen bestehen, Museen oder Kirchen oder andere Sehensw\u00fcrdigkeiten zunbesuchen. Auch bei Ihr besteht nun Hoffnung auf \u00c4nderung; ob es Besserung wird, wird sich noch herausstellen: Verena fliegt f\u00fcr ein paar Tage in das jetzt schon f\u00fcr Monate hoffnungslos ausgebuchte Patagonien und kehrt dann nach Bariloche zur\u00fcck, wo zumindest die Backpacker anzutreffen sind.<\/p>\n<p>Der junge Niederl\u00e4nder berichtete mit Stolz, und auch gar nicht mit Unrecht, dass er mit seinem Minimietwagen Teile der Careterra Austral gefahren ist. F\u00fcr besseren Grip habe er etwas Luft aus den Reifen des kleinen Dinges mit Frontantrieb abgelassen. Er zeigte mir Bilder, wie er mit dem Gef\u00e4hrt auf einer der F\u00e4hren zwischen den vielen 4&#215;4 Jeeps stand. Genie und Wahnsinn liegen bekanntlich eng beisammen und Verr\u00fccktheit geht flie\u00dfend in Wahnsinn \u00fcber. Ich glaube jedoch, er hatte die Situation jederzeit gut im Griff. Und im Zweifelsfalle f\u00fcr den Angeklagten: Clevere Verr\u00fccktheit.<\/p>\n<p>Zum Schluss, da es sich wie ein roter Faden durch meine Reise zieht, eine Hommage an die chilenischen Unterk\u00fcnfte. Die Hostales in Chile sind bislang allesamt nett und super und eine gute Alternative zum Zelt, gerade in den Ortschaften und St\u00e4dten. In Puerto Montt war ich in dem ganz liebevoll gef\u00fchrten Hostales Vista Hermosa untergebracht; das von zwei Schweizern gef\u00fchrte Hostal Nuevo Mundo in Ancud war sehr nett und, nat\u00fcrlich, perfekt organisiert; und das LaMinda Hostel hier in Castro hat erst vor drei Monaten aufgemacht und wird von zwei \u00e4u\u00dferst engagierten Juniorchefs gef\u00fchrt. Gro\u00dfes Kompliment an Chile!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Radfahrer musste innerhalb der vergangenen eineinhalb Stunden hier vorbeigekommen sein. Reifenspuren waren auf Asphalt nicht zu erkennen. Jedenfalls war die Bananenschale noch frisch, sch\u00f6n gelb mit einem Hauch an Gr\u00fcn. H\u00f6chstens 90 Minuten. Eine l\u00e4ngere Latenz h\u00e4tte bei den warmen \u00e4u\u00dferen Witterungsverh\u00e4ltnissen die Schale schon br\u00e4unlich verf\u00e4rbt. Doch wie konnte das sein? 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