Bike-Bergsteigen.

„Es gibt nichts, was der deutsche Neuroradiologe nicht kann!“ Das zumindest, behauptete ein Oberarzt mit Siebentagebart in ausgelatschen Birkenstocks und Kaffeeflecken auf dem weißen Kittel aus der hiesigen Neuroradiologie noch vor einigen Jahren. Also vor mindestens einem Jahrzehnt, denn Herr Beyer wird auch nicht jünger. So schnellt fährt er nun doch nicht.

Weniger des Spruches an sich als vielmehr der Erscheinung dieses Oberarztes geschuldet, blieben die Worte in Herrn Beyers Gedächtnis haften. Ja okay, dass Unterbewusstein, so wird behauptet, speichert alles und die meisten älteren Informationen sind nur tiefer verschüttet und damit schlechter zugänglich. Unter diesen Umständen, liegen die Worte des Oberarztes eben ganz oben auf dem großen Müllhaufen in Herrn Beyers Hirn.

Nun sollten wir aber mal zur Sache kommen, oder wie Meister Röhrich sacht: „Der Beyer, der is mal wieder goar nich bei der Sache!“ Is jut Meistaaar!“ – Jedenfalls, wollte Herr Beyer schreiben, dass es eben nichts gibt, was Herr Schmidt und Herr Beyer aus dem BSE-Team auf dem Rad nicht versuchen. Der Leser merkt, zumindest ein wenig mehr Vorsicht lässt Herr Beyer walten, wenn er den Mund voll nimmt. Von Können weit und breit keine Spur.

Übrigens ist Herrn Beyer ob seines Dilemmas, dass BSE-Team nun Beyer-Schmidt-Expeditions- oder Beyer-Schmidt-Express-Team zu taufen, eine Spitzenidee eingefallen. Er gründet einfach zwei Firmen: Das Beyer-Schmidt-Expeditions-Team CoKG & Inc. und das Beyer-Schmidt-Express-Team CoKG & Inc., die sich hinsichtlich ihrer Aktivitäten den Markt aufteilen. Die besorgten Leser sollten gleich beruhigt sein: Schmidt und Beyer fahren weder mit Treibstoff, sondern mit Kola und Kuchen, zumal Luft und Liebe zu vermessen wäre, noch sprechen sie sich mit irgendwelchen Kartellen ab. Herr Beyer mochte schon zu Schulzeiten das Malen mit Wasserfarben nicht! Das kommt gar nicht in die Tüte. Letztere aus Stoff, versteht sich, der Umwelt zu liebe.

Doch zurück zur Spur: Es gibt also nichts, was das BSE-Team auf dem Rad unversucht lässt. Und dieses Mal kam die Versuchung ganz unverhofft, wie so oft: Denn was sich reimt ist gut! Von Wichsenstein, der Ort heißt wirklich so und liegt direkt neben Hardt – ein Schelm, wer sich dabei etwas denke – nach Urspring, auch dieser Ortsname ist nicht von Schmidt und Beyer erfunden, sind die beiden vom rechten Weg abgekommen und befanden sich samt Rad zugleich auf einem Wander- und Klettersteig.

Rechte Freude kam dort zunächst nicht auf, als sie Ihr Rad über Stock und Stein wuchteten, zumal sie bisweilen wirklich beide Hände zum Klettern brauchten und das Rad nach sich zerrten. Ein Rad ist ja schließlich nicht zum Tragen dar. Und tatsächlich durchliefen sie einen grundlegenden, inneren Prozess, ehe sie sich mit der neuen Aktivität anfreundeten. Das wohl treffendste Modell diese Transformation zu beschreiben, stammt von Frau Kübler-Ross und fand seine ursprüngliche Anwendung bei Sterbenden. Übertragen, geht das wie folgt:

Phase 1: Nicht-Wahrhaben wollen: „Nein, dass kann doch nicht sein. Das ist doch kein Weg! Das ist eine Krankheit! Wie kann man so etwas auf einer Karte einzeichnen.“

Phase 2: Zorn und Ärger: „So ne Scheiße! Verdammt noch mal!“ Der Leser sollte sich zum besseren Verständnis die Zeit nehmen, das folgende zeithistorische Dokument zu Gemüte zu führen, da es die Phase 2 treffend erklärt: https://www.youtube.com/watch?v=ZFCexzwIXKw

Phase 3: Verhandeln: Nun gut, diese Phase haben Herr Schmidt und Herr Beyer übersprungen. Verhandeln gibt es nicht. Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, und gefahren, was vor dem Rad liegt. Auf Verdeih und Gederb. „So ne Scheiße!“

Phase 4: Depressive Phase: „Das macht doch alles keinen Sinn mehr! Wir bleiben jetzt sitzen, wo wir sind und rufen den Dings an. Der soll uns abholen. Hast Du die Nummer vom Dings?“ „Ja, hier ist sie. Hast Du ein Netz?“ „Nö! So ne Scheiße.“

Phase 5: Akzeptanz: „Da müssen wir jetzt durch. Eigentlich ganz schön hier, nicht wahr? Sieht aus, wie im hochalpinen Gelände. Kennst Du den Harald Philipp. Der war mal am Erlanger Fernwehfestival mit einem Beitrag „Flow“. Bike-Bergsteigen hat der das genannt. Geil! Wir sind Bike-Bergsteigen. Schöne Scheiße!“ Mehr Informationen hier: https://www.youtube.com/watch?v=QzCIWaQSGz0

Ente gut, alles gut! (nach Willy Astor).

2 Comments

  1. Mutti

    da habt Ihr das Fahrrad rumgezerrt, das arme Ding !
    Da gibt es nichts mehr dazu zu sagen.
    Hab mir das heute mal genauer angeschaut.
    Da hätte ich ja Schiss ohne Fahrrad.

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