Füchungen nach E.P., Teil 2

Ein Wochenendbeitrag. Das Lesen empfiehlt sich bei hinreichend Zeit und Muse und einer Tasse Kaffee.

Füchungen, wobei man eher von Vühchungen sprechen sollte, um dem fränkischen Dialekt vollends gerecht zu werden, ist ein objektiver Begriff. Er fücht sich hier hervorragend ein. Hinter Füchungen könnte sich Verschiedenes verbergen: Zufall, Schicksal, eine ordnende Kraft, die Mancheiner gar „Gott“ nennen könnte. Man könnte sich vortrefflich streiten. Doch das gehört an den Stammtisch. Oder in die Politik. Nicht, dass ich mich nicht auch gerne damit auseinandersetze, aber hier ist es fehl am Platz.

Lange hatte ich überlegt, ob ich diesem Beitrag über die vergangenen drei Tage einen anderen, einen neuen Titel gebe. In der engeren Auswahl standen: „Geschlossen. Geschlossen. Offen.“ und „Wenn Du glaubst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.“ Ersteres hatte ich verworfen, weil es gelegentlich hätte „Ausgebucht. Ausgebucht. Frei.“ heißen müssen. Letzteres hatte ich ad Acta gelegt, da ich am dritten Tage bereits fest glaubte, mir sicher war, dass es gehen würde und das Lichtlein zu finden sei. Wobei ich hiermit schon wieder in die einführenden Betrachtungen abdrifte. Wie dem auch sei, Folgendes hat sich ereignet:

Tag 1: Am unspektakulärsten, füchungstechnisch betrachtet, am spektakulärsten, touristisch betrachtet. Ich nahm am Cruce de Lagos oder Lake crossing Teil, von Bariloche nach Petrohue. Die Beförderung erfolgte mit drei Fähren über den Lago Huapi, den Lago Frias und den Lago de los Santos. Dazwischen ein wenig Radeln. Stolze 98 USD für Radfahrer. Denjenigen, die die Landpassagen mit Bussen absolvierten, was der großen Mehrheit entsprach, wurden 280 USD abgeknüpft. An dieser Stelle muss den Betreibern jedoch zu Gute gehalten werden, dass die argentinischen Grenzer bis ans Ende des Lago Frias mit den Fähren gekarrt wurden, quasi als Gepäck, um dort die Touristen abzufertigen und dann wieder mit den Fähren nach Bariloche zurückzukehren. Das Grenzhäuschen war nur eine halbe Stunde besetzt und stand sonst leer.

Das Cruce de Lagos hat sich gelohnt: Spektakuläre Ausblicke von den Booten und bei den Landgängen mit dem Rad (einmal fünf und einmal rund 20 Kilometer). Mit den Busfahrenden, eingepfercht zwischen vielen anderen Touristen, abhängig von den vorgegebenen Stopps für die Fotos, hätte ich nicht tauschen wollen. Von daher mein Tipp für alle Nichtradler: Der chilenische Lago de los Santos mit Blick auf zwei Vulkane und Landgang in Puella war in meinen Augen mit Abstand der schönste Teil. Diese Fahrt gibt es auch einzeln und günstiger.

An dieser Stelle muss der Autor ein Füchungs-Intermezzo einfüchen. Der vorangehende Abschnitt und der folgende Teil entstanden mit zeitlichem Abstand. Eine Hunger- und Schwitzattacke mit Aktivierung des sympathischen Nervensystems: „F u t t e r   s u c h e n!“ veranlasste den Autor akut das nächste Almacen aufzusuchen, um Brot und Empanadas für ein vorgezogenes, erstes Abendessen zu kaufen. Dabei hat der Autor aus Versehen den Schlüssel seiner Wohnungstür abgebrochen. Eine kleine Kombizange, die der Autor im November in La Serena als Ersatz für einen Griff am Trangiakochtopf gekauft hatte und die er nach Erwerb eines Ersatzgriffes in Temuco im Dezember bereits außer Dienst gestellt hatte und hatte abgeben wollen, war die Rettung, um den verbleibenden Stift des Schlüssels aus dem Schloss zu ziehen, so dass der Ersatzschlüssel der Vermieterin zum Einsatz kommen konnte. 

Die Füchung an Tag 1 war, wie bereits geschrieben, eher unspektakulär und doch nett. Ich freute mich bei Ankunft in Petrohue um 18:30 Uhr auf einen der beiden ausgeschilderten Campingplätze. Kurz rollen, Zelt aufbauen, Kochen, Essen, Schlafen. Doch es kam anders. Das eine Camping gehörte einem Marktschreier und das andere war unter Renovierungsarbeiten, wobei noch werkelnde Arbeiter wildcampen unmöglich machten. Also weiter, 16 Kilometer bis zum nächsten Ort namens Ensenada. Und jetzt füchte sich alles sehr günstig: abschüssige Strecke, Rückenwind, ein unscheinbares Camping, worauf die Straße direkt zuhielt, nette Besitzer, günstig, WIFI und Bastian, ein seit 10 Jahren in Amsterdam lebender Deutscher, der seine Reise mit dem Motorrad am selbigen Tag gestartet hatte und eine Dose Bier für mich griffbereit hielt. War das ein schönes Gefühl!

Tag 2. Ausgezeichnetes Wetter, malerische Landschaften, gute Versorgungs- und Unterkunftsmöglichkeiten ließen einen entspannten Tag erwarten. Radeln, solange es Spaß macht und ein klein wenig weiter. Um 17 Uhr nach rund 165 Kilometern am Lago Ranco im gleichnamigen Ort kaufte ich für das Abendessen ein und wollte mein Gefährt am nahegelegenen Campingplatz abstellen. Doch dieser hatte geschlossen. Das Navi verriet, dass es noch 20 Kilometer zum nächsten Camping in dem kleinen Ort Pinanahue waren. Also los! Fünf Kilometer weiter hörte ich ein mir nicht ganz unbekanntes, kurzes metallisches Geräusch auf einer Bergabfahrt. Für einen prüfenden Blick am Rad hielt ich kurz an. Genauer hinsehen traute ich mich nicht. Ich ahnte Übles. Lieber radelt ich nochmals gut 300 Meter zurück um eine mögliche Ursache, zum Beispiel eine Blechbüchse, auf der Straße zu finden. Da war nichts. Also doch: Der Griff ans Hinterrad verriet, dass eine Speiche auf Antriebsseite gerissen war. Nun spielte ich diverse Notfallszenarien durch: Der nächste Ort mit Radladen lag gut 100 Kilometer entfernt. Das Rad lief noch ganz gut, dank 36 Speichen und Scheibenbremsen. Doch wollte ich die zusätzliche Last auf die anderen Speichen minimieren und nur möglichst kurz mit einer gerissenen Speiche fahren. Ersatzspeichen und einen Ritzelabzieher (Antriebsseite) hatte ich dabei, jedoch weder großen Schraubschlüssel noch Kettenpeitsche. Meine Hoffnung bestand darin, am Camping weitere Unterstützung zu bekommen.

Die verbleibenden 15 Kilometer waren hügelig. Wenn es steil wurde, schob ich bergauf, um die Last am Hinterrad zu minimieren. Das beschleunigte meine Ankunft natürlich nicht. Zwei französische Radfahrer mit großen Rucksäcken, Mountainbikes und Musik im Gepäck konnten nicht weiterhelfen. Endlich kam ich in Pinanahue an. Nur ein Camping fand ich nicht. Lediglich einen Strand nach einer 400 Meter langen 15 Prozent steilen Abfahrt. Zweimal hinunter und hinauf, vom Strand zur Hauptsstraße, schob ich das Fahrrad ohne eine Camping zu finden. Ein Musik-hörender Bengel war wenig interessiert, mir eine vernünftige Auskunft zu geben. Erst an einer Kirche verriet mir ein älterer Herr die Zufahrt zum Camping, die ich bis dato bereits viermal passiert hatte ohne diese als Zufahrt zum Camping zu erkennen.

Da war kein Schild. Da war wohl kein richtiges Camping. Doch die anfänglich recht skeptische Familie, vor allem die Mutter, die ich zugleich als „Jeffe“ identifizierte, ließ mich mein Zelt aufbauen. Sie hatten an sich zwei Cabanas (Holzhütten) zum Übernachten. In den Cabanas konnte ich warm und entspannt duschen, jedoch erst, nachdem ich mein Rad repariert hatte. Sonst wäre ich alles andere als entspannt gewesen. Und hier kommt die zweite Füchung ins Spiel: Der Sohnemann der Vermieter war ein Motorradschrauber und hatte einen großen Schraubschlüssel für den Ritzelabzieher. Die Kettenpeitsche konnte ich mit Hand und Handtuch ersetzen. Der physikalisch kleinere Hebel dieser Methode war dadurch wett gemacht, dass ich diesen Zahnkranz initial nicht selbst festgemacht hatte. Kranz ab, Scheibe ab, Reifen, Schlauch und Felgenband ab, neue Speiche rein und das Ganze zurück. Es lief wunderbar geschmeidig und noch im Hellen hatte ich wieder ein intaktes Rad. Gut, dass ich das vor Zeiten im Radladen RADAU gelernt hatte. War das ein schönes Gefühl!

Eine Fehlersuche führte ich natürlich auch durch. Mögliche Ursachen waren: Der Ripio vom selbigen Tag, circa 60 Kilometer; ein Stein, wo ich blöd aufkam; Materialschwäche der Speiche; die vielen Höhenmeter der letzten Wochen gepaart mit Wiegetritt und dicken Gängen. Genau ermitteln ließ sich der Fehler nicht. Dennoch habe ich mir Pedalieren mit Frequenz im Stile eines Lance Armstrongs und langsameres Tempo und mehr Vorsicht auf Ripio verordnet. Es stehen davon ja noch fast 1000 Kilometer an.

Tag 3: Das war genug Abenteuer, dachte ich mir, und vor einem weiteren Highlight haben mich eine Schranke und ein paar Straßenarbeiter bewahrt. Eine spannende Abkürzung von Llifen, welches circa 20 Kilometer hinter Pinanahue liegt, nach Panguipuilli hätte mich sehr interessiert. Auf der Karte war ein Balken mit „aceso limitado“ als Erläuterung eingetragen, ohne weitere Erklärung. Vielleicht war die Zufahrt saisonabhängig oder nur für Autos gesperrt, malte ich mir schön. Am Navi war das Sträßchen nicht eingezeichnet, so dass ich den Abzweig, der sich in einem Baustellenbereich in einem verlassenen Tal befand, erstmals verpasste. Zurückgeradelt entdeckte ich ihn, mit der Schranke versehen. Mit dem Rad wäre ich da gut vorbeigekommen. Doch die Straßenarbeiter, die an der Baustelle ihr Werk verrichteten, gaben mir zu verstehen, dass ich da nicht entlang dürfe. Mein begrenztes Spanisch ließ mich die Begründung leider nicht verstehen.

Meine Planung warf ich folglich über den Haufen, da mir die Alternativroute langweilig erschien. Ich bog gleich nach Süden ab, um schlussendlich schneller nach Puerto Montt zu kommen und um einen Ruhetag zu generieren. Meine Abenteuerlust war in den beiden vorausgehenden Tagen befriedigt worden. Eine sportliche Herausforderung wäre noch schön gewesen, da es in den beiden kommenden Wochen aufgrund von Wetter- und Straßenbedingungen sowie den Feiertagen gemütlicher werden würde. Ich berechnete, dass es von Llifen bis Rio Bueno noch 90 Kilometer und bis Osorno 120 Kilometer wären. Bei 80 Kilometern auf dem Tacho klang das nach einer vernünftigen Herausforderung. Zudem wäre es bestimmt einfach in Osorno, einer größeren Stadt ohne direktes touristisches Highlight, unterzukommen.

Tatsächlich lief es auf dem Rad sehr gut. Gegen 18 Uhr traf ich in Osorno ein. Einen Campingplatz konnte ich von der Autobahn, ein Stückchen Ruta 5 war unumgänglich, erspähen. Ich fuhr für das Abendessen gemütlich den nächsten Almacen an und dann das Camping. Hier folgte eine Enttäuschung. Es wäre wohl kein Camping wegen einer öffentlichen Veranstaltung möglich. Ich hätte es jedoch im nahegelegenen Stadtpark versuchen können. Dort war Camping verboten. Danach begann ich eben nach Hostales oder Cabanas zu suchen. Auch hier zwei erfolglose Versuche, da beide ausgebucht waren. Ein anderes war aufgegeben. Ich steuerte das nächste Hotel an. Ebenfalls ausgebucht, sowie das Nächste. Dort bekam ich einen weiteren Tipp, aber das Hotel am Casino war mir zu teuer. Es war schon nach 20 Uhr und die Sonne stand tief, als ich stadtauswärts ein Hotel ausmachte. Dieses oder schnell raus und irgendwo in die Büsche! Ich dachte wieder an die von B.Z. aus F. beschriebene Dusche mit der Radflasche.

An dem schönen Hotel angekommen wurde ich sehr herzlich empfangen. Ganz anders als in der Stadt. Das Schild „Café und Kuchen“, wohl sonntags, am Eingang, hatten Hoffnungen geweckt, auch wenn die Begriffe hier häufiger zu finden und nicht unbedingt ein Indiz für deutschsprachige Bedienung sind. Doch tatsächlich sprachen Rosemarie, die Chefin, und ihre Mitarbeiterin gleich Deutsch mit mir. Ein Glas Wasser hatte ich auch schon in der Hand. Ich muss wohl bemitleidenswert ausgesehen haben, zumal aus den 204 Kilometern bei Ankunft am ersten Camping in Osorno bereits 212 Kilometer geworden sind und aus 18 Uhr 20 Uhr geworden ist. Ich fragte nach einem Zimmer oder einen Plätzchen für mein Zelt, da ich ahnte, dass der Aufenthalt in diesem schönen Boutique-Hotel mehr kosten würde als mein Budget erlaubte. Und dem war so.

Rosemarie hatte nicht nur Mitleid, sondern Verständnis. Sie war die dritte Füchung. Sie ist in ihrem Leben bereits weit gereist und war auch mehrere Male in Deutschland. Als sie 21 Jahre war, wollte sie während eines Europaufenthaltes den Polarkreis überqueren. Es fuhren weder Bus, noch Zug, noch Schiff. Der Neffe von Freunden von Freunden, ein LKW-Fahrer, der gen Norden musste, nahm sie damals mit und erfüllte ihr diesen Traum. Nun bewahrte sie mich vor einem Albtraum, oder zumindest vor der Dusche mit der einen Radflasche. Gegen einen minimalen Unkostenbeitrag bekam ich einen Zeltplatz, eine warme Dusche, das bislang beste Frühstück in Chile und ein sehr bereicherndes Gespräch über das Reisen in Chile und anderswo.*** War das ein schönes Gefühl!

 

 

Lang ist der Blogeintrag heute geworden und doch kann er nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was mir durch den Kopf geht. Zwei Erfahrungen fand ich besonders wichtig, weswegen ich sie hier nochmals extrahiere:

1. Sich sicher sein, dass es auch ohne festen Plan eine Lösung geben wird, auch nach einem anstrengenden Tag, der sich gen Ende neigt, ist — cool!

2. Auch wenn ich noch so gut vorbereitet bin – und das bin ich wirklich! Diese Reise läuft nur mit der Unterstützung vieler, hier und zu Hause. Ganz herzlichen Dank an Euch!

 

*** Das mit dem Zelten war für Rosemarie wohl nicht ganz legal. Deswegen veröffentliche ich hier keine Namen, Adressen oder Bilder. Das nächste Mal in Osorno, und das steht fest, werde ich als richtiger Gast einchecken.

4 Comments

  1. Peter

    Hallo Christian,
    ich versuche ja immer noch, meine rudimentären Fränkisch-Kenntnisse zu verbessern, daher doch ausnahmsweise mal ein bisschen Stammtisch:

    Wenn „Füchung“ die „ordnende Kraft“ aus dem Off ist, die Dich zum Werkzeug führte, um die Speiche zu reparieren…

    Welche Bezeichnung hat dann die unordnende Kraft im chilenisch-fränkischen Universum, die Deine Speiche erst reißen ließ?

    „Gwerch“ fiel mir ein, da es mit Unordnung – was der Entropie recht nahe liegt – übersetzt werden kann, wie ich in der wikipedia zum Stichwort „Nürnberger Gwerch“ lernte.

    Aber wie das nun mal so ist, bringt jede Antwort auf eine Frage – hydragleich – mehrere neue Fragen hervor.

    Sind Füchung und Gwerch ein fränggischer Bolydeismus?
    Und wie fücht sich der freie Wille ins Gwerch?

    Falls Du diese Zeilen gerade aweng erledigt nach einer 200+x km Tour liest… dann fücht sich es vielleicht gerade nicht so ganz… 😀 Während einer dieser eher stupiden Strecken durch geröllige Wüsten bzw. wüstes Geröll oder ganz einfach beim nächsten Fahrrad schieben passt es sicher auch nicht besser.

    Viele Grüße

    • Exzellent, lieber Peter: „Gwerch“ finde ich sehr passend. Es passt gar noch besser auf die Geschichte in Osorno. „Des wor a Gwerch“ ein Hotel zu finden.

      Warum gibt es nun „des Gwerch“? Nun, Antworten, die meinem Weltgefüche entsprechen, hätte ich schon. Ob sie zu Verallgemeinern sind, weiß ich nicht, beziehungsweise wage ich zu bezweifeln.

      – ohne Gwerch keine Füchung
      – Gwerch und Füchung sind wie Yin und Yan
      – eigentlich ist alles Füchung, nur verkenne ich so manche Füchung als Gwerch

      Übrigens bleibe ich, wenn ich gerade mal wieder meine Kräfte geschont habe, Robert Anton Wilson treu. Er ist durchaus anstrengend zu lesen und manchmal verstehe ich seine Erläuterungen nicht ganz. Es könnte nicht nur an der Sprache liegen. Es gefällt mir jedenfalls, wie er mit verschiedensten Modellen dieser Welt spielt. Ich habe nun Quantum Psychology angelesen.

      Herzliche Grüße
      Christian

  2. Lieben Dank, Moritz. Bei mir geht es jetzt über Chiloe auf die nördliche Careterra Austral. Da werde ich auch regelmäßig nass werden.

    Ich hoffe, Du hast reichlich Sonne auf Teneriffa tanken können.

    Herzliche Grüße
    Christian

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