Bei uns.

 

„Sagn‘ se mal, gute Frau, habn die Läden in Österreich am 1. Mai geöffnet?“ „Boa uns: Sin di oall zua.“ (Anmerk. des Autors: In Österreich sind die Geschäfte am 1. Mai geschlossen.) „Und die Wirtshäuser, sind die am 1. Mai geöffnet?“ „Boa uns: Da habn d’Wirtsheiser oaffa.“ (Anmerk. des Autors: In Österreich sind die Gaststätten am 1. Mai geöffnet.) „Und an den Tankstellen, da bekomm ich auch was zu essen?“ „Boa uns: Da kenna’S von d’Sieme bis oaf d’Neine in doa Noacht woas koafa!“ (Anmerk. des Autors: In Österreich haben die Tankstellen üblicherweise von 7 Uhr morgens bis 21 Uhr abends geöffnet.)

Im österreichischen Nachbarland fühlt sich der Gast gleich zu Hause. Obiger Dialog ist original, vorausgesetzt der Leser versteht es, mit seiner inneren Stimme oder der Äußeren das geschriebene „oa“ zu diesem speziellen österreichischen Vokal zu formen, der auf halber Strecke zwischen „o“ und „a“ liegt und dem Zuhörer das Gefühl gibt, „doass des eh oalls wurscht is!“ Dabei fühlte sich Ch. Beyer im Gespräch mit der österreichischen Wurstthekenverkäuferin, die keine Wursttheken, sondern Wurst verkaufte, durchaus sehr gut bedient: Die beiden Scheiben Leberkäse zwischen den beiden Brötchen, also je eine in einem, waren ausreichend dick geschnitten. Und wenn die Schlange auf seiner zweiten Runde an der Wursttheke nicht solange gewesen wäre, dann hätte er sich noch ein drittes Leberkäsebrötchen geholt. Da aber nicht viel Zeit blieb, wurden aus dem dritten Leberkäsebrötchens zwei belegte Brötchen mit Käse und Schinken aus dem Kühlregal. In Plastikfolie gewickelt haben die sich im Fahrradtrikot wohl auch besser gemacht, wobei sich Ch. Beyer fragt, ob das olfaktorisch wirklich noch einen Unterschied gemacht hätte.

So ein Leberkäsebrötchen ist übrigens ein echter Gaumenschmaus, auch am Abend, wenn die Brötchen zäh und der Leberkäse schrumpelig geworden sind. Was, das will der Leser nicht glauben! Nun, er braucht es nur in die richtige Relation stellen: Nach sieben Snickers, fünf PickUps, zwei Mars und einem Haferflockenklotz namens Energy Cake (mit 500 kcal) steht das außer Frage. Unter diesen Umständen mag der Leser auch verstehen, wie ausgezeichnet die Pizza Proscuitto und der Insalata Italia am kombinierten Döner-Pizza-Stand im umgebauten Carport in der oberpfälzer Provinz schmeckt: Der Traum auf Erden! Über alle Zweifel erhaben, und das nicht nur relativ, ist schließlich der Kuchen in einer Landbäckerei in Lauterhofen in der Oberpfalz. Nach drei noch zwei, also insgesamt fünf. Mehr Stücke, also keine Stückchen für Erlanger Akademiker mit Dr.-Titel oder Doppelnamen und Rektorenhals, hat der Anstand nicht geboten. A.H. aus E., ein lieber Freund und werter Kollege, hatte Ch. Beyer vor längerer Zeit die „Bildzeitungsregel“ für den guten Benimm beigebracht: „Handle nur nach derjenigen Maxime, von der Du wollen kannst, dass sie als Überschrift in der Bildzeitung steht!“ Umgekehrt meinte er also, Ch. Beyer solle so handeln, dass er keinen Anlass für eine Negativschlagzeile in der Bildzeitung geben könnte. Auf den konkreten Fall angewendet befürchtete Ch. Beyer, dass er mit jedem weiteren Stück Kuchen den Sprung in die Bild hätte schaffen können: „Der Kuchenskandal: Erlanger Radler frisst Oberpfälzer Rentnern den Kuchen weg!“

Woher der Hunger, woher der Appetit? Der Leser wird es sich denken können: Radness! Natürlich, ein wenig gefahren ist Ch. Beyer auch. Genaue Details sind dieses Mal im Bildmaterial versteckt, das aus besonderem Anlass mit Datumsangaben versehen ist. Ja genau, die älteren Leser werden sich erinnern: „Mama, bringst Du mir was mit. Was Spannendes. Was zum Spielen. Und Schokolade.“ Anyway, besonderes Augenmerk mag der Leser auf die beiden Uhren richten, die in zwei Bildern zu finden sind. Hier liegt der Hund begraben. Dabei möchte Ch. Beyer darauf hinweisen, dass die erste Uhr um 20 min vorgestellt werden müsste, denn nach dem Foto hatte Ch. Beyer feststellen müssen, dass der Dreck nicht auf das Chi-Pi-Es geladen war. Also ging es Retour zur Wohnung und dann geschwind los: Für ein weiteres Foto blieb keine Zeit: Die erste Verpflegungsstelle wollte noch in der rechten Zeit erreicht werden.

Post Skriptum: An alle Freunde des gechlorten Erlanger Wassers: Ch. Beyers Zeitplan sah eigentlich am 02.05.2018 eine Absch(l)usschwimmeinheit vor. Ch. Beyer entschuldigt höflichst sein Fernbleiben. Nicht, dass sich der Zeitplan sich nicht ausgegangen wäre, im Gegenteil, Ch. Beyer war vor der Zeit da: Jaja, nicht nur die Physiker- und die P-Innen sollten das verstehen! Aufgrund massiver Fahrradkriegstätowierung, und Ch. Beyer mag es kaum schriftlich festhalten, einer durchaus beträchtlichen Müdigkeit gepaart mit Kältegefühl, streicht Ch. Beyer die heutige Absch(l)usschwimmeinheit ersatzlos. Ab morgen wird er zur Streifenprophylaxe im Außenbecken antreten und ab nächster Woche wieder am Start sein. Kinners, Ihr dürft es ihm glauben, Eure Augen werden es Euch danken!

4 Comments

  1. Siglinde Beyer

    Da ist ja der Ausflug mit Mama und Papa tatsächlich ein Seniorenevent, wenn ich da so les wo Dich überall herumgetrieben hast oder als was könntest Du diese Wanderung am Fränkischen Gebirgsweg sonst bezeichnen.
    Und dann noch ausgebüchste Senioren beim
    „Kapputschino“ im Hotel ertappen, die sich einfach von der Gruppe entfernt haben.
    Das nächste Mal musst ein Lasso mitnehmen.

    • Liebe Mutti, da hilft kein Lasso und keine Kette. Da ist Hopfen und Malz verloren. Da hast Du in der Erziehung der vergangenen 40 Jahre etwas verpasst. Aber vielleicht ist es auch genetisch bedingt und es hätte sich von vorne herein nichts ändern lassen.

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