Das Speichenproblem: Lösung eines der letzten Rätsel der Physik.

Techtalk in aller Kürze: Die Zusendung eines Beitrages von B.Z. aus F. bringt mich auf die richtige Fährte. Dieser schlaue Fuchs, Chapeau!

Die erste Serie von Speichenbrüchen beginnend nach 4500 Kilometer war primär der klassischen Ermüdung bei einem maschinell eingespeichten Laufrad geschuldet. Da bin ich mir sicher. Die Brüche waren im Bereich des Nippels. Einmal ist auch der Nippel selbst gebrochen.

Die zweite Serie, nach dem Neueinspeichen in Coyhaique und nach nur 600 Kilometer Piste, und da danke ich dem Einsender, ist am ehesten auf eine niedrige Speichenspannung zurückzuführen. Die Speichenbrüche waren im Bereich des Speichenkopfes. Intuitiv hätte ich gedacht, dass eine hohe Speichenspannung den Speichen Probleme macht. Aber die Logik, ja die liebe Logik macht klar, dass eine niedrige Speichenspannung zu mehr Verbiegung im Speichenkopfbereich und auf Dauer zu Speichenbrüchen führt. Und das Hinterrad war mit wenig Spannung eingespeicht. Eine hohe Speichenspannung führt hingegen gerne dazu, dass eine Öse der Felge ausreißt, was aber aktuell kein Problem ist. Angezogen habe ich die Speichen gestern in in El Chalten und eine 40 Kilometer Ausfahrt mit einigen Antritt(chen) hat das Hinterrad ausgehalten. Jedoch ohne 30 Kilogramm Gepäck.

Nun ist die Preisfrage: Haben die aktuellen Speichen alle eine Schuss ab, oder halten Sie nochmals 500 Kilometer? Die Frage werde ich vielleicht beantworten können. Sollte ich in Puerto Natales keine Chance zum kompletten Austausch erhalten, so würde ich mit erhöhter Speichenspannung nochmals gen Torres del Paine radeln. Es fahren genügend Busse, die mich abschleppen könnten. Da für Sonntag 30 Liter Regen gemeldet sind, ginge erst montags los. Aus den vielen Optionen des Vorbeitragest wurden also zwei: mein Hirn synthetisiert bereits wieder viel Glücklichkeit. In der Zwischenzeit lasse ich mich im „Magic House“ in Puerto Natales verwöhnen. Es gibt selbstgebackene Brötchen zum Frühstück. Langsam versuche ich mich der Enthaltsamkeit zu entwöhnen; ansonsten müsste mich die Leserschaft demnächst in meinem Zelt an der Schwabach besuchen.

Generell ist das Übel der modernen Systemlaufräder, dass man das klassische Einspeichen nicht mehr lernt. Zur Reparatur wird das Systemlaufrad eingeschickt. Ähnlich verhält es sich mit der Elektronik in den Autos. Das Gesamtziel der Hersteller ist, aus ketzerischer Sicht, oder eher aus realistischer Betrachtung, allein die Geschäftemacherei. Übrigens ist B.Z. aus F., wie schon zuletzt, für jegliche Folgeabenteuer herzlich eingeladen. Nur sträubt er sich noch.

3 Comments

  1. Mutti

    Also zu Deinen Speichenproblem fällt mir tatsächlich nichts ein. Das entzieht sich meinen Hausfrauendasein.
    Wenn ich ein Problem mit meinen Fahrrad habe geh ich halt zum RADAU !
    Liebe Grüße aus der verschneiten Oberpfalz, im Moment für Dich sicherlich schwer vorzustellen.
    mutti

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