B3R-Radltour

Ein guter Chef zeichnet sich durch viele gute Eigenschaften aus und wahrscheinlich ein paar Schlechte auch, schließlich müssen die Angestellten über irgendetwas schimpfen können.

Eine dieser guten Eigenschaften ist, dass es nicht auffällt, wenn er nicht da ist. Diese Aussage mag falsch verstanden werden. Doch Ch. Beyer meint nicht, dass der gute Chef nichts können darf und der Laden nur durch seine Angestellten läuft. Nein, Ch. Beyer meint, dass der gute Chef Strukturen schafft und seine Angestellten so konditioniert, dass der Laden eben genauso gut nach seiner Linie läuft, wenn er gerade nicht da ist.

Nun, Chef ist Ch. Beyer nicht. Im Moment will er das auch gar nicht sein, denn sonst bliebe nur noch unzureichend Zeit sich um die ABCDEF-Probleme des Radfahrens zu kümmern. Aber eine kleine Radtour hatte er für den vergangenen Sonntag angeleiert gehabt, ehe im die liebe Arbeit einen Strich durch die Rechnung machte. Ja, eben, als Chef macht einem die liebe Arbeit noch viel mehr Striche durch die Rechnung, die es dann gilt auf die Angestellten zu übertragen.

Anyway, der Laden lief auch in Abwesenheit von Ch. Beyer, wenn auch nicht ganz nach seiner vorgegebenen Linie. Geplant gewesen war eine B3R-Radltour, ergo eine Beyer’s 3 Radlertour, mit den Stationen Erlangen, Hausen, Eggolsheim, Tiefenstürmig, Heiligenstadt, Veilbronn (1. Radler am Naturfreundehaus), Ebermannstadt, Forchheim (2. Radler am Schweizer Keller), Kersbach und Erlangen (3. Radler am Entlas Keller). Um die Linie aufrecht zu erhalten, hatte Ch. Beyer sogar einen Routenplan mittels GPS und eine Auftragskarte erstellt.

Doch die liebe Leidensgenossen sind dann in die falsche Richtung abgebogen. Statt einer geordneten Saisonabschlussfahrt mit 3 Radler wurde es zu einem Klettermassaker mit 4 Weizen. Angelehnt an die glorreichen zwei Raufbolde könnte man schreiben: „Fünf außer Rand und Band!“

Über die Mauer von Kirchensittenbach haben sie sich gequält. Noch nie gehört! Die Mur de Geraardsbergen ist ein Scheißdreck dagegen!

In Hohenstein beim Windbeutelkaffee haben sie sich von ignoranten Motorradfahrern anpöbeln lassen, denen in ihren Lederanzügen gerade das Arschwasser zusammenfloss.

Und Sternchen vor den Augen hatten sie beim Anstieg zum Hetzleser Flugplatz. Jawohl, lieber Moritz, das war der sinkende Sauerstoffpartialdruck in der Höhenluft!

Um diese Strapazen auszuhalten, betäubten sich die Fünfe mit Weizen, wohl wissend, dass der erhöhte Alkoholgehalt die intraokuläre Sternchenbildung fördert. Derselbige Alkohol stimuliert außerdem die Fettzellen in ihrer Expansion und die Ballaststoffmischung des Weizens induziert erhebliche Stuhlunregelmäßigkeiten. Nicht umsonst wird das Weizen daher als Allheilmittel der alternden, bayerischen Bevölkerung genutzt: Es beugt Depression, ungewolltem Gewichtsverlust und Verstopfung vor. Doch für den leistungsorientierten Hobbysportler oder den hobbyorientierten Leistungssportler ist das bayerische Nationalgetränk nicht leistungssteigernd. Es stände doch schon längst auf der Dopingliste.

Jedenfalls ist Ch. Beyer sehr stolz, dass der Laden ohne ihn lief und die fünf Ritter des Windbeutels sich an den Spitzen der fränkischen Schweiz aufgearbeitet haben. Den hohen Weizenkonsum kann er natürlich nicht gut heißen. Eventuell sollte er die Kollegen bei der nächsten Ausfahrt engmaschiger kontrollieren. Eine Drohne könnte es richten, nicht wahr, so eine Amazon-Drone, eine Amazone!

4 Comments

    • Schön beim Zuhören Eurer Geschichten zuckt jede Muskelfaser. Studien zu Folge aktiviert die Vorstellung von Bewegungen die gleichen Hirnareale wie die Durchführung der Bewegung selbst.
      Euer Chuck

    • Nönö, liebe Julia: Es lief hervorragend! Während die 4Weizen-Cycling-Radfreunde an den fränkischen Anstiegen zerflossen sind, saß Ch. Beyer bei den Kremers bei Kaffee und Kuchen zum Energietanken für die neue Saison.

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