Catch-22.

Joseph Hellers famoser Roman Catch-22 beantwortet eine der wesentlichen Fragen im Leben: Wer ist hier eigentlich verrückt?

Der Schizophrene gleicht seinen inneren Dialog nur nicht mit den seiner Mitbürger geführten Zwiegespräche ab. Oder wer kann von sich behaupten, dass er mit sich selbst nicht redet? Also, ganz im Stillen.

Anyway.

Warum setzen sich Menschen tagelang aufs Rad und strampeln über Stock und Stein – die Haut verbrand, die Hände taub und der Hintern wund, unter Schlafentzug, im Colarausch.

Warum durchschwimmen Menschen den Ärmelkanal, zwischen Schiffen und Wellen, durchgefroren, aufgeweicht und in Melkfett gehüllt? Nicht einmal, sondern gleich viermal in Folge?

Warum rennen Menschen über 200 Kilometer durch das Death Valley, Haut und Hirn verbrand, auf unzähligen Blasen, dehydriert und delirant?

„Because it’s there!“ habe wohl Sir Edmund Hillary gesagt, als er mit Tenzing Norgay von der Everest-Erstbesteigung zurückkehrte.

Nun gut, nachvollziehbar.

Doch warum verbringen andere Menschen Ihre Zeit damit, für die oben Genannten die Strecke zu planen, den Weg zu ebnen, die Versorgung sicherzustellen? Warum investieren andere Menschen Ihre Energie, um jene oben Genannten zu betütteln, sie zu stützen und deren Abenteuer zu dokumentieren.

„Because they’re great!“ sagt Ch. Beyer, als er auf die vergangene Saison zurückblickt.

Die Fotografien von Gerd Grimm und Richard Marshall, die diese Tage im Email-Postfach von Ch. Beyer landeten, sind Anlass dafür, die Unterstützer des vergangenen Jahres nochmals hochleben zu lassen.

Don Horsto, Mutti und die anderen Leser: Wohlwollendes Lob dafür, dass sie sich Radness.de nun bereits im dritten Jahre antun. Unglaublich und kaum nachzuvollziehen.

Don Horsto, Zita &bLukas und 4WeizenCycling, die Ch. Beyer bei der Bikepacking Franconia aufspürten oder die Intention dazu zeigten. An Don Horsto und Zita & Lukas richtet Ch. Beyer noch die Bitte, ob sie ihm das Videomaterial des Events nicht noch zukommen lassen wollten.

Heidi und Karl Weimann, Urgesteine der Audax-Randonneure, die seit Jahrzehnten die Fernfahrten Nordbayerns organisieren und schon alles erlebt haben. Naja, fast alles. Dieses Jahr wurde Heidi mehrere Male nachts von der Polizei geweckt, nachdem ihre Randonneure aufgrund einer Baustelle die direkte Autobahnüberquerung dem 20 Kilometer langen Umweg vorzogen.

Jesko von Werthern, der das Taunus Bikepacking auf die Beine stellt und die Radler eine Woche lang durch seine Heimat hinweg begleitet. Auf seinen Weg durch Koblenz hat Ch. Beyer den Taunus erneut durchquert: Er war erstaunt, dass es Flachstücke und Täler gab. Übrigens plant Jesko bereits das 2020 Event, das dann 1000 Kilometer lang sein wird: https://taunus-bikepacking.com/

Bernd Rücker, Tim Petzold und Daniel Rausch, die in gleicher Manier wie Jesko eine Querfeld-Einfahrt durch Ch. Beyers fränkische Heimat organisierten. Erstaunlich, dass sie Ch. Beyer an Flecken und auf Wege brachten, die er noch nicht kannte. Auch hier ist für 2020 ein weiteres Event geplant. Die Fakten folgen: https://www.bikepacking-franconia.de/

Gerd Grimm, der die tröpfchenweise eintrudelnden Randonneure beim diesjährigen 600er von Heidi und Karl fotografisch verewigte. Und das über einen ganzen langen Tag hinweg: http://www.gerd-grimm.de/

Richard Marshall, der Jesko beim diesjährigen Taunus Bikepacking begleitete und die Radler geschickt in Szene setzte. Der jungen Mann kam von der Insel nach Frankfurt geflogen und kümmerte sich ganze drei Tage um die Ritter der Carbonsättel, ehe er zurück in die Heimat jettete: http://www.richmarshallphotography.com/

Nun, wer ist hier eigentlich verrückt, leidensfähig und ausdauernd? Chapeau an alle, die mit den Sportlern mitfiebern. Die nicht aufgeben, auch wenn es mal etwas länger dauert. Die nicht wegschauen, wenn das Leid kaum erträglich erscheint. Die nicht schimpfen, wenn das Abenteuer einmal mehr völlig sinnbefreit ist.

Das ist verrückt!

2 Comments

  1. Siglinde-Muddi

    Das sind ja echt mal tolle Photos von Dir, die würden sich sogar in so einen Hochglanz-Fahrradmagazin gut machen.
    Ja das mit dem Verrücktsein scheint tatsächlich ansteckend zu sein und auch keine Altersgrenzen zu kennen.
    Es wird einfach nicht langweilig mit diesen
    Chuck Beyer.

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